Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
BLUTIGE TRÜMMER UM VALEGGO

Schreckliche Spuren des Kampfes in Valeggio – Häuser in Schutt und Asche, Leichen aufgeschichtet

Verona, 26. Juni. Je weiter man von Somma - Campagna gegen Valeggio kommt, desto mehr häufen sich die Spuren des fürchterlichen KampieS, welcher hier gekämpft wurde. Obwohl der ganze gestrige Tag zum Wegschaffen der Verwundeten und zur theilweisen Beerdigung der Todten verwendet wurde, liegen noch immer berghoch die Leichen der gefallenen Krieger aufgeschichtet und gibt eS Stellen, wo man buchstäblich bis zu den Knöcheln im Blute watet. Gewehre, Tornister, CsakoS, Feldflaschen liegen neben umgestürzten Wagen und todten Pferden haufenweise beisammen. Valeggio selbst, um welches der Kampf am stärksten wüthete und welches viermal von den Piemontefen und fünfmal von den Unferigen gestürmt und zuletzt von diesen behauptet wurde, ist nahezu ein Schutthaufen. Die Häuser, welche bei der Vorbereitung des jedesmaligen Sturmes mit Geschütz beschossen wurden, sind so hergenommen, daß sich jene, welche vom Geschützfeuer verschont blieben, leicht zählen lassen. Außerdem sind mehrere Häuser in Brand gerathen und die Piemontefen selbst haben, um ihren Rückzug zu decken, einen Theil deS Ortes angezündet.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 3. Juli 1866, S. 1, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/1766-schreckliche-spuren-des-kampfes-in-valeggio-haeuser-in-schutt-und-1866).

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