Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
KRIEG UND KOMPFÜRSORGE

Besuch der improvisirten Kriegerhospitale in Verona mit thätiger Pflege und Sprachhülfe für die Verwundeten

Aus Verona, 27. Juni, wird dem,,Fr Bl. " getrieben: Eben komme ich vom Besuche einiger improvistrten Spitäler in den Kirchen St. Nicoli della Sante und St. Maria. Im Ganzen mögen in Verona an 4000 Verwundete liegen. Die von mir besuchten Spitäler stehen unter einem aus Veroneser Bürgern und Aerzten stehenden Komits, dem sich Frauen aus den besseren Ständen zur Pflege der Verwundeten angeschlossen haben. Ich fand Ordnung und eine nicht genug zu rühmende Reinlichkeit. Die Aerzte Verona ' s nehmen sich der Kranken thätig an und Geistliche sprechen den Armen, soweit es ihre Sprachkenntniffe zulaffen, Trost zu. Eine gute, überall anzuempfehlende Einrichtung wurde eben getroffen, daß nämlich, um sich mit den Verwundeten zu verständigen, jede Lagerstelle einen Zettel erhält, auf welchem die Sprache deö Kranken angemerkt ist In jedes Spital sind zwei bis drei Dolmetscher auS den Soldaten gewählt, die ungarisch, slavisch, deutsch und italienisch können.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 4. Juli 1866, S. 2, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/1767-besuch-der-improvisirten-kriegerhospitale-in-verona-mit-thaetiger-1866).

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