Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
ÜBERFÄHRT UND VERSCHWUNDEN

Verunglückung der Bötin Maria Sappl an der Inn-Ueberfuhre bei Breitenbach

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 14. August 1867 · Seite 4
(Verunglückt.) Am Samstage Abends verunglückte an der Jnn - Ueberfuhre in der Nähe von Breitenbach die Bötin Maria Sappl in fast mysteriöser Weise Die Sache ist diese: Die Bötin hatte, von Rattenberg kommend, woselbst sie Einkäufe zu besorgen hatte, mit mehreren Landleuten die Ueberfuhr benützt. Die Stelle, an der man ausstieg, war eine Sandbank, von der auS ein schmaler Steg, ohne Geländer natürlich, auf eine zweite Sandinsel und von hier auS erst an ' S jenseitige Ufer führte. Die Männer gingen voran auf dem schwankenden Brette, der Ueberführer trug einen Theil deS Gepäckes der Bötin, während diese selbst ihr schmales Gespann in Bewegung setzte. Sie mochte gegen den etwas schnellen Trott der sicheren Fuß schreitenden Männer zurückgeblieben sein, denn als diese glücklich den festen Boden erreicht hatten, wartete man vergeblich auf die Bötin Maria « Sappl. Die Nachforschungen, die von den Männern alsobald angestellt wurden, ließen keinen Zweifel mehr — die Arme hatte ihr Grab in den Wellen gefunden. ES war schon finster, als man den Karren herausbekam, während nach dem Körper der Verunglückten vergebens die Tiefen deS angefchwollencn Inn durchsuch, wurden.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 14. August 1867, S. 4, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/2008-verunglueckung-der-boetin-maria-sappl-an-der-inn-ueberfuhre-bei-1867).

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