Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
NOTJOCH HOFFENTLICH DAS LETZTE

Warnung vor Geldsendungen in Briefen und Mittheilung über Brückenreparatur in Innsbruck

Post- Direktion für Tirol und Vorarlberg wurde der Redaktion dieses Blattes eine Kundmachung des k. k Handelsministeriums eingesendct, welche wir nachstehend auszugsweise mittheilen: „ m Interesse deS Publikums, wie der Postanstalt wird vor dem Einschließen von Geld in Briefpost - Sendungen auf das Dringlichste und Nachdrücklichste abgerathen und darauf aufmerksam gemacht, daß zur Versendung von Geld aus diesem Wege gegenwärtig um so weniger Grund vorhanden ist, als in jüngster Zeit das Porto für Geldbriefe bedeutend ermäßigt wurde, Geldbeträge bis 50 fl. aber im Wege postä m tlicher A nw eisun g u nt er volle rHaftung der Post anstatt gegen die geringe Gebühr von t0 Neukreuzern nach allen Orten deS Inlandes ohne Unterschied der Entfernung versendet werden können, wobei eS dem Versender auch noch freisteht, die Anweisung zu beliebigen schriftlichen Mittheilungcn zu benützeti " (Unsere Jnnbriicke) wird, wenn nicht heute so morgen oder nächster Tage soweit zusammengeflickt sein, daß der Gehweg wieder dem Verkehre eröffnet werden kann und die Passanten von der fortwährenden Angst eines unvermutheten Einsturzes einstweilen befreit sind. ES ist dies immerhin etwas, wofür wir mit unserem Danke nicht zurückhalten wollen, aber hoffen wir doch auch zugleich, daß daS neu hinzugekommene Nothjoch das letzte sein möge, welches zur Stütze dieser Brücke angebracht werden mußte, weil wir kaum wüßten, wo noch eines anzubringen möglich wäre. Sind wir auch durch eine lange Reihe von Jahren an diesen Anblick gewöhnt, so daß die Brücke, welche unserer Stadt den Namen gab, nun fast zu einem ähnlichen Wahrzeichen für Innsbruck geworden ist, wie der Stock im Eisen für Wien, indem man hier nahezu so viele Nohjoche zählt, als dort Nägel, so würden wir eö wahrlich nicht beklagen, wenn wir dieses antiquarischen Anblickes beraubt, und eines schönen ( aber möglichst baldigen) Tages mit einer neuen Brückenkonstruktion überrascht würden, welche auf eigenen Füßen zu stehen vermöchte.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 25. November 1868, S. 3, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/2230-warnung-vor-geldsendungen-in-briefen-und-mittheilung-ueber-1868).

Weitere Berichte aus der Rubrik „Eisenbahn, Straßen & Verkehr“

KOTH-CHARME BEI DER BAUHILFE

Vorhaben zu Beseitigung der Kothschäden in der St. NikolauSgasse durch Anlegung eines Trottoirs

Innsbrucker Nachrichten · 28. März 1868 · S. 6 · Eisenbahn, Straßen & Verkehr

Es steht zu erwarten, daß die letzte Spur jener Eigenthümlichkeit, welche die Gemeinde St. Nikolaus fast weltberühmt gemacht hat, endlich auch durch Anlegung eines Trottoir verschwindet. Obige Gemeinde hat vor Jahren sch …

✎ Korrektur-Modus Klicke in jede Überschrift oder Transkriptions-Zeile (Enter = nächste Zeile, Shift+Enter = Zeile teilen)
Gesammelt: 0 Artikel |