öffentlichen Lebens oder auf dem der Kuust und Wissenschaft zur Verherrlichung unseres engem Vaterlandes beigetragen haben. Diese Brustbilder find in der That Meisterstücke ersten RangeS. Zwischen den Medaillons find an den beiden Erkern in 6 Feldern auf blauem Grunde 6 Engel angebracht, von denen 5 Abzeichen haben, die in Beziehung auf die dargestellten Persönlichkeiten stehen und so die bildliche Erklärung ihrer Leistungen geben, während der sechste ein Gewinde von weißen und rothen Rosen trägt, in Beziehung auf die ober dem Stützpfeiler deS Hauses auf reich mit Gold verziertem Grunde in Lebensgröße gemalte Muttergottes. Das äußerste Medaillon links vom Beschauer stellt den berühmten Feldmesser, Mechaniker und Mathematiker Peter Anich dar, der im Jahre 1722 zu Oberperfuß geboren, ein schlichter Landmann, fich durch seine große jetzt noch mustergiltige Karte von Tirol einen unvergänglichen Namen gestchert hat, auch die beiden riefigen im hiesigen Museum befindlichen Globen erregen das Erstaunen Aller, die ste betrachten. Er starb in seiner Heimat im Jahre 1766. Ihm zunächst istAndreaSHofer abgebildet. Der eine nun folgende Engel an der Seitenwand des Erkers trägt die auf Peter Anich bezughabenden Abzeichen. Der Engel auf der entgegengesetzten Seitenwand des Erkers hält mit Bezug auf Andreas Hofer eine Tafel, auf der tirolische Kriegsjahre verzeichnet find. Das nächste Porträt stellt Friedrich mit der leeren Tasche ( 11439) dar, den tirolischen Fürsten, der schon im 15. Jahrhunderte — eine zu jener Zeit unerhörte Großthat — die Leibeigenschaft in Tirol aufgehoben, und dem seit jener Zeit freien Bauernstände politische Rechte verliehen hat, deshalb trägt auch der Engel im Mittelfelde deS anderen ErkerS eine Verfassungs - Urkunde und stützt fich auf einen Pflug, gleichwie fich auch Friedrich auf den Bauernstand in seinen politischen Handlungen gestützt hat. Neben Friedrich erblicken wir seinen Zeitgenossen und als adeliger Parteigänger einen seiner eifrigsten und einflußreichsten politischen Gegner, Oswald v. Wolkenstein, geboren zu Schloß Trostburg 1367, berühmt als einer der hervorragendsten deutschen Dichter jener Zeit. Er starb nach einem abenteuerreichen Leben im Jahre 1445. Mit Beziehung auf Wolkenstein trägt der ihm zunächst gemalte Engel eine Leier, während der im andern Seitenfelde des ErkerS mit den Abzeichen der bildenden Künste auSgestattet ist, und auf einen Stern erster Größe am deut chen Kunsthimmel Bezug hat, auf den neben ihm abgebildeten Maler Koch, geboren zu Obergibeln im Lechthal 1768, gestorben zu Rom 1839 Ihm gebührt ein Löwenantheil an der Wiedergeburt deutscher Kunst zu Anfang dieses Jahrhunderts.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 10. September 1869, S. 4, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/2392-ehrenbilder-und-engelsdarstellungen-an-tiroler-persoenlichkeiten-in-1869).
( Die Majorität des Tiroler Landtages hingegen hat der Zeitschrift „ Archiv ", welche beinahe ausschließlich Ladurnersche Forschungen mitgetheilt hat, die kleine Subvention entzogen.) (Das Landes - D. ' useum) hat durch …
(In der Thorhalle des Landhauses), welches im letzten Jahre durch die an seiner Faxade vorgenommene Restaurirung, namentlich durch die Bloßlegung der von den altständischen Zöpfen übermörtelten Steinarbeiten, an architek …
384 Jahre vorangegangen war; sie starb nach der Inschrift, die zum Theile aber unter der Erde steckt „ am Freytag nach Erhardi anno domini 1506 Jar ". Auch die kleinen Seitenflächen oben und unten tragen Sculpturen und I …
(Kunst.) In einem Nebenzimmer des Landtagssaales ist gegenwärtig ein Bild von dem in München lebenden tirolischen Maler Defferegger aus Dölsach bei Lienz zu sehen, welches sich des allgemeinsten ungetheiltesten Beifalls …
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