Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
LEICHE UND BRANNTWEIN-GEFALL

Auffindung einer unbekannten Leiche am Ufer und ihr stilles Begräbnis ohne kirchliche Einsegnung

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 17. September 1869 · Seite 5
2159 die Wellen an ihm vorübertrugen. SS gelang dem Manne sich derselben zu bemächtigen und anS Ufer zu ziehen, er machte hievon dem Vorsteher in Wörgl die Anzeige, damit er daS Weitere veranlasse, der Herr Vorsteher meinte jedoch, er wolle ihm ein GlaSBranntwein zahlen, wenn er die Leiche wieder inS Wasser werfe, weil man da in solchen Fällen zu viel Schererei habe. Auf Veranlassung des Gendarmerie - Postenführers mußte sich aber der Vorsteher doch der Leiche annehmen und so wurde sie am Montage auf dem Friedhof begraben. Der Herr Vikar lehnte, obwohl vom Vorsteher darum ersucht, die Einsegnung derselben ab und verbot die Glocken zu läuten, da er nicht wisse, wer der Mann gewesen sei.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 17. September 1869, S. 5, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/2399-auffindung-einer-unbekannten-leiche-am-ufer-und-ihr-stilles-1869).

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