Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
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Verhandlungen über Erweiterung und Umstellung der Gasbeleuchtung auf Steinkohlengas

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 21. Juli 1871 · Seite 5 · #Gaswerk
1781 (Bürgerausschuß - Sitzung.) ^Fortsetzung und Schlüße Herr Bürgermeister theilt das Ergebniß der Verhandlungen mit der Riedinger ' schen Gasbeleuchtungs- Gesellschaft in Augsburg wegen Erweiterung der für den jetzigen Konsum nicht mehr genügenden Gasbeleuchtungs - Einrichtung. Die Gesellschaft läßt gegenwärtig vas Röhrenshstem erweitern, und wird auch eine Vergrößerung der Fabrik vornehmen; und wird dieselbe für Steinkohlengas statt für Holzgas Erzeugung einrichten, da der jetzige Fortschritt in der Gaserzeugung es gestattet, Steinkohlengas ebenso leuchtungsfähig und rein wie das Holzgas zu erzeugen. Es sei diese Aenderung im Betriebe zwar mit großen Auslagen für die Gesellschaft verbunden, sie hoffe aber, daß sie durch eine Vertragsverlängerung ( derselbe läuft in 18 Jahren ab) dafür entschädigt werde. In einer Vorbesprechung, die mit Herrn Riedinger gepflogen worden ist, wurden der Gesellschaft in Augsburg folgende 3 Fragen zur Beantwortung vorgelegt: 1. Welche Vortheile gewährt die Gesellschaft, wenn es ihr gestattet wird, Kohle statt Hol; zur Gaserzeugung zu benützen? 2. Welche Vortheile für den Fall einer Bertragsverlängerung? Zu welchem Preise würde die Fabrik jetzt der Stadt käuflich überlassen werden? Hierauf antwortete die Gesellschaft, daß sie der Stadt das Recht ein» räume, die Gasfabrik um den 12fachen Betrag des 10jährigen reinen Durchschnitts- Erträgnisses als Eigenthum zu übernehmen, wenn sie den Vertrag auf weitere 10 Jahre über die noch bestehenden 18 verlänger, — während die Stadt jetzt nach Ablauf der 18 Jahre den 16fachen Betrag des 10jährigen Durchschnitts- Erträgnisses für die Fabrik zu zahlen haben würde. Die Gesellschaft würde ferner, wenn ihr die 10jährige Vertragsverlängerung gestattet würde, vom 1. Jänner 1872 an 1000 Kubikfuß Kohlengas um 15 kr. und vom 1. Jänner 1873 an um weitere 15 kr ö. W. ermäßigen. Auf die dritte Frage könne sie jetzt nicht eingehen, da die Beantwortung derselben die Einberufung einer General- Versammlung bedinge, diese Frage könne wohl später beantwortet worden. Ueber diese Angelegenheit wurde ein Sachverständiger in Wien zu Rathe gezogen, und derselbe gibt seine Meinung dahin ab, daß jetzt Kohlengas in gleicher Stärke und Reinheit wie Holzgas hergestellt werde und daß es für den Konumenten gleichgiltig fei, ob dieses oder jenes erzeugt werde, wenn die Qualität gleich sei, in technischer und sanitärer Beziehung sei Kohlengas dem Holzgas vorzuziehen, auch sei im Winter das Erfrieren des ersteren seltener als des letzteren. Auf die durch die Betriebsänderung und die Vergrößerung des Röhrensystems der
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 21. Juli 1871, S. 5, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/2666-verhandlungen-ueber-erweiterung-und-umstellung-der-gasbeleuchtung-1871).

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