Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
FEUER ÜBERTRUMPFTE SCHULFEST

Unglücksbrand in der Innsbrucker Altstadt – mehrere Häuser in Flammen, Feuerwehr rettet Nachbarschaft

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 24. Juli 1871 · Seite 5 · #Großbrände
1805 »2 Crem. Zug 13 N. M. 3. 10 4. 39 4. * 6 5. 4 5. 40 6. 5 6. 20 6. 36 6. 53 7. 8 7. 14 7. 34 7. 54 B. io 8. 30 8. 42 8. 53 9. 15 N. M. nung bringen wollten, hatten wahre Tantalus - Arbeit zu vollsühren. Inzwischen wurde aus dem brennenden Hause und den zwei anstoßenden Häusern an Mobilien gerettet, recht und schlecht, wie es eben der Schrecken und die Verwirrung zuließ. Bei diesem Anlasse kamen einige, glücklicher Weise nicht sehr gefährliche Verletzungen vor. Die Allee am Jnnrain war bald mit allem möglichen Hausgeräthe, mit verbrennbaren und unverbrennbaren Gegenständen, ja sogar mit ausgehängten Fensterflügeln angefüllt, ebenso die Gärten hinter der Brandstätte. Das Kammerlander ' sche Haus auch nur theilweise zu retten, war keine Möglichkeit und so mußte man bedacht sein, die Nachbarshäuser von den Flammen unversehrt zu erhalten, was auch, Dank der Windstille und der Ungeheuern Wassermenge die verspritzt wurde, gelang. Eine Ausdehnung des Brandes aus die Nachbarhäuser hätte um so mehr verderblicher werden können, als in dem einen Herr Kaufmann Riedl große Petroleumvorräthe eingelagert haben soll. Um 9 Uhr war die Gefahr für die Nachbarschaft vorüber, doch drohte ein nach Mitternacht auftauchender Wind die Flammen in der rauchenden und glimmenden Brandstätte wieder anzufachen, und erforderte neue Anstrengungen von Seite der Löschenden. Besonders verdient um die Lokalisirung des Feuers machte sich durch seine Ausdauer und Unerschrockenheit der bei Wasser und Feuersnöthen wohl erprobte Alois Penz, vulgo Türkl. — Auch die Spritzen von Amras, Hölting müssen lobend erwähnt werden. — Se. Exzellenz Herr Statthalter Graf Taaffe war gleich bei Beginn des Brandes an der Unglücksstätte erschienen und der Herr Bürgermeister eilte, sobald er Von dem Unglücke Kenntniß erlangt hatte, vom Schulfeste fort in die Stadt zurück. Der vorgestrige Brand hat übrigens die Nothwendigkeit einer gänzlichen umfassenden Reorganisiruug der Feuerwehr bewiesen. Nur die Rettungsabtheilung arbeitete mit Gelassenheit und Ruhe. — Schließlich sei noch ein Apell an die Mildthätigkeit der Bewohner Innsbrucks gerichtet. Zwei arme Partheien, die kn den abgebrannten Stöcklgebäuden wohnten, und schon während der Wasseret noth viel gelitten haben, verloren ihre ganze Einrichtung, sie hatten nicht mehr Zeit auch nur Einiges davon zu retten. Sie sind der Unterstützung nicht nur mbnch ^ dürflig, sondern auch würdig.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 24. Juli 1871, S. 5, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/2667-ungluecksbrand-in-der-innsbrucker-altstadt-mehrere-haeuser-in-1871).

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