Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
STEMMEISEN UND LETZTE ÖLUNG

Gräßlicher Selbstmord eines kranken Bauern zu Panzendorf im Pusterthal

(Gräßlicher Selbstmord.) Zu Panzendorf bei Sillian im Pusterthal hat jüngst, wie dem „ Tagblatt " mitgetheilt wird, ein Bauer in gräßlicher Weise seinem Leben ein Ende gemacht. Derselbe war früher irrsinnig gewesen und wurde in das Spital gebracht, aus diesem jedoch später wieder entlassen. Daß er nicht geheilt war, geht aus der Art und Weise hervor, wie er sich entleibte. Er ging nämlich zuerst zur Beichte und wollte auch das Abendmahl nehmen. Der Geistliche bedeutete ihm aber, daß er ihm dies des andern Tages reichen werde. Daraufhin entfernte sich der Bauer und brachte sich mit einem Stemmeisen (!) etwa 10 — 12Wunden in den Unterleib bei, so daß die Eingeweide aus der Bauchhöhle hingen und er unter furchtbaren Schmerzen den Geist aufgab.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 24. Oktober 1871, S. 5, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/2722-graesslicher-selbstmord-eines-kranken-bauern-zu-panzendorf-im-1871).

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