1757 Gegenwärtiger Stand der hiesigen Theaterkritiker. (Freie Uebersetzung aus dem » Innsbrucker Tagblatt. «) „Der Kritiker steht unter der Kritik. " „Schon oft genug war uns Gelegenheit geboten, mit Schmerzen bemerken zu müssen, wie Manche auch nicht den entferntesten Begriff von der Wichtigkeit und Stellung der Theater - Kritik zu haben scheinen — und dennoch Kritiken schreiben. Was diese dann nicht unter die buntscheckige Narrenjacke ihres ästhetisch gegründeten Urtheiles zu bringen verstehen, das tritt ihnen als verstockte Hartnäckigkeit, hochmüthiger Selbstdünkel und absolute Unfähigkeit entgegen. Und wenn nun sogar die auserkornen Opfer ihrer Kritik im Theater mit Beifall empfangen werden, und an öffentlichen Orten diesen namenlosen Martirern der Dramaturgie und der Lessingffchen Prinzipien allerseits Drohungen in die Ohren gellen; wenn es ihnen bei dem vorherrschenden höheren Bildungsgrade des Innsbrucker Publikums eine Unmöglichkeit wird, ein gewähltes Publikum als tonangebend heranzubilden, und sie so die Lustschlösser schöner Ideale unbarmherzig zerstört sehen — was bleibt den Kritikern da noch übrig? Sie greifen entrüstet über den allgemeinen Jrrthum zu den schärfsten Pfeilen — der Ironie, und erklären, wie ein ertappter Dieb: uns bleibt das Bewußtsein eines redlichen Willens, ja sie werden unerhört ironisch und versichern Publikum, Direktion und Bühnenmitglieder, daß es ihr ernster Wille sei, dazu beizutragen, daß das Theater kein Tummelplatz von Parteien, sondern eine wahre Kunst- Anstalt werde, d. h. sie werden — schweigen. Fürwahr, dann werden wir die die Kunstleistungen, die diese Anstalt bietet, ungestört genießen können, und wir werden die Verdienste besserer Mitglieder nicht so boshaft besudelt sehen. Solche schiefe, zum Theil sehr ungerechte Angriffe auf eines der tüchtigsten Mitglieder unserer Bühne, auf Fräul. Müller, veranlaßten uns, die hiesige Theater- Kritik auf ihr rechtes Maß zurückzuführen.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 27. November 1855, S. 7, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/275-kritik-an-der-theaterkritik-angriffe-auf-fraeul-mueller-erregen-1855).
Theater zu Innsbruck. Als erste Vorstellung im Abonnement unterhielt gestern Kaisers Charakterbild » Ein neuer Monte Christo « die zahlreich Anwesenden. Drei lange Acte voll dramatischer und abwechselnd komischer Effecte …
Die morgen in der Redoute zu gebende, und um halb neun Uhr Abends beginnende Oper hat folgenden Titel: „Die Movdgrundbrnck bei Dresden, oder: Liebe, Verzweiflung, Haß, Reue, Plaisirvergnüglichkeit und Jndifferentismus. G …
444 K. K. Theater zu Innsbruck. Freitag den 23. März 1855: Zum Renefiz für Herrn Lact Victor: Ben David der Knaben - Räuber, oder: Des Juden Nache. Schauspiel in 5 Akten nach Spindters Roman: » Der Jude « von Neustadt. Z …
Grundlegende Richtung (Blattlinie):
Wissenschaftlich-historische Dokumentation und digitale Erschließung gemeinfreier historischer Pressetexte aus dem Raum des historischen Tirols.
1. Grundsatz: Die Nutzung von chronik.fontes.at ist ohne Registrierung möglich. Es werden keine Werbe- oder Analyse-Tracker und keine Marketing-Cookies eingesetzt.
2. Server-Betrieb: Beim Aufruf der Website werden technisch notwendige Verbindungsdaten (IP-Adresse, Zeitpunkt, angeforderte Ressource) kurzzeitig auf unserem europäischen Server (Hetzner Online GmbH, Deutschland) zur Betriebssicherheit verarbeitet (Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO).
3. Externe Faksimile-Einbindung (IIIF): Beim Öffnen der Original-Zeitungsseite lädt Ihr Browser Bildkacheln direkt vom IIIF-Bildserver der Österreichischen Nationalbibliothek (iiif.onb.ac.at) bzw. verweist auf die Universitäts- und Landesbibliothek Tirol.
4. Betroffenenrechte: Auskunfts- und Löschungsanfragen richten Sie jederzeit formlos an die im Impressum genannte Kontaktadresse.
Historische Zeitungstexte: Sämtliche wiedergegebenen Originalartikel entstammen historischen Zeitungsausgaben des 19. und frühen 20. Jahrhunderts (insbesondere den Innsbrucker Nachrichten, 1854–1913) und sind urheberrechtlich gemeinfrei.
Digitalisate & OCR-Grundlage: Die digitalen Faksimiles und Volltextgrundlagen basieren auf den Beständen der Universitäts- und Landesbibliothek Tirol (ULB Tirol) sowie von ANNO – AustriaN Newspapers Online (Österreichische Nationalbibliothek).
Die Tiroler Zeitungschronik bewahrt den authentischen Wortlaut und die historische Rechtschreibung der Originalquellen vor und nach der II. Orthographischen Konferenz von 1901.
Um die historischen Spaltentexte digital zugänglich zu machen, erhält jeder Originalartikel redaktionell eine Hauptüberschrift im zeitgenössischen Chronikstil des 19. Jahrhunderts sowie eine moderne Dachzeile zur raschen thematischen Orientierung.
Bitte zitieren Sie stets die zugrunde liegende historische Originalausgabe mit Erscheinungsdatum und Seitenzahl, ergänzt um den Permalink der Chronik:
Innsbrucker Nachrichten, [Datum], S. [Seitenzahl], digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/#artikel=[ID]).
Sie haben einen OCR-Lesefehler im historischen Fraktursatz entdeckt oder möchten auf einen bemerkenswerten Zeitungsbericht hinweisen?
Schreiben Sie uns gerne an redaktion@fontes.at unter Angabe des Erscheinungsdatums oder des Artikel-Direktlinks (#artikel=...).
✎ Korrektur-ModusKlicke in jede Überschrift oder Transkriptions-Zeile (Enter = nächste Zeile, Shift+Enter = Zeile teilen)
Gesammelt: 0 Artikel|
Gesammelte Änderungen in Tabelle article_edits
Diese Korrekturen sind in der Zwischen-Tabelle gespeichert. Mit Klick auf „Jetzt in Live-DB schreiben“ werden sie atomar in chronik_events_live.db samt Volltextindex übernommen.