Schön deck über das Nonnenkloster am Hirschanger Namens des Schulcomitä ' s folgender Bericht an die hohe k. k. Statthalterei vorgetragen: „Fräulein Sofie v. Angelini hat schon unterm 5. Sept. 1868 an den Stadtmogiilrat ein Gesuch um Bewilligung zum Baue eine » FrauenkrosterS in der Meinhardsstraße eingebracht, welches aber unterm 10. desselben Monat» mit dem Bemerken zurückgewiesen wurde, daß in dem fraglichen Projekte die zur Anlage jener Gassenseite bereits festgestellte Frontlmie überschritten würde und auf eine solche Abweichung um so weniger ei gegangen werden könnte, als es laut Ausspruch de » großen Bürgerausschusses überhaupt nicht Wunsch der Stadt ist, daß rin Kloster in gedachter Straße erbaut werde. Am 25. S Pt. 18 j8 erneuerte Frl. Sofie v. Angelini die Bitte um Bewilligung der Erbauung eine» Frauenktosters mit Kirche an der südöstlichen Seite dev Hirschangers, auf welche» Gesuch in Folge Beschlüsse » de » großen Bürgerausschusses vom 11. Nov. 1868 erwiedert wurde: Da der vorgelegte Bauplan den Vorschriften der städt. Bau- Ordnung entspricht, so werde die baupolizeiliche Bewilligung zur Ausführung diese » Bauprojekte » ertheilt. Nur einige wenige Bedingungen wurden in baulicher Hinsicht beigefügt. In Beziehung auf die Errichtung des beantragten Kloster » habe aber der große Bürgerausschuß mit 20 gegen 10 Stimmen erklärt, daß er, gestützt auf die Stimmung de « weit überwiegenden TbeilS der Bürgerschaft Innsbruck ' « dem Wunsche Ausdruck zu geben finde, daß k in neues Kloster erbaut werde. Diese Verhandlung wurde mit Bericht vom 21. Nov. 1868 der hohen Slaithaltrrei zur Kenntniß gebracht. Es ist, so viel hierorts bekannt, k ine Bewilligung zur Gründung dieses Konvents erfolgt, obwohl nach der Verordnung vom 13. Juni 18 >8 zu dieser Gründung, wenn e « sich um einen geistlichen Orden oder eine Kongregation handelt, welche in Oesterreich bereits gefitzlich bestehen, die Zustimmung der Landesstelle, sonst aber ( wenn es sich um einen in Oesterreich noch nicht bestandenen solchen Konvent handelt) die Allerh. Schlußfassung einzuholen ist. Deßungeachtet wurde dieses Kloster erbaut und in das Leben gerufen. Es wurden zwar die Ankömmlinge nicht als Nonnen sondern bloS als B wohnerinnen de » Hause « de « Frl. v. Angelini polizeilich angegeben. Allein die auS Anlaß einer feuerpolizeilichen Amtshandlung von dem Polizei - Kommissär Told gepflogenen Erhebungen zeigen klar, daß daS Kloster nunmehr wirklich bestehe. Dazu treten die notorisch vorgekommenen Einkleidungen, der Umstand, daß daS klerikale Blatt „ N. Tir. St. " dieses Hau « ein Kloster nannte, und daß Niemand mebr die Existenz dieses Klosters bezweifelt, welche» überdieß ein in Oesterreich noch nicht bestandener Orden zu sein scheint, da er ein Orden der „ ewigen Anbetung " genannt wird.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 28. Juni 1872, S. 3, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/2893-unbefugte-errichtung-eines-frauenklosters-am-hirschanger-trotz-1872).
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(Vermehrung der Klöster.) Während es in Oesterreich ( ohne Ungarn) im Jahre 1860 nur 651 Klöster gab, ist ihre Anzahl im Jahre 1870 schon auf 767 gestiegen. Die Zahl der Nonnen ist von 4349 im Jahre 1860 auf 6000 im Jahr …
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