Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
STERBEN ODER EXPERIMENTIEREN

Vergleichende Sterblichkeitsziffern zur Rechtfertigung der hiesigen medizinischen Fakultät

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 15. Jänner 1875 · Seite 3 · #Medizinische Klinik
Dr. Ultmann rechtfertigt die hiesige medizinische Fakultät gegen den Borwurf, daß durch sie die Sterblichkeit im Spitale zugenommen habe, durch folgende Ziffern: Die chirurgische Klinik hatte unter Professor Heine 4. 5 Perzent Todte, unter Professor Albert sind bei 60 Operationen nur 3 gestorben, also 5 Perzent, wahrend dieser Perzentansatz an anderen medizinischen Hochschulen bedeutend höher ist. Professor Dumreicher in Wien hat 8 Perzent, Billroth in Wien hat 10. gg Perzent, im Jahre 1868 9. § Perzent; Langenbeck in Berlin 17. g Perzent; in London stellt sich das Verhältniß auf 5 bis 7 Perzent; in Mailand auf 7. 5 Perzent; in Palermo auf 6. g bis 7. ^ Perzent. Die Abtheilung für innere Krankheiten beherbergt eine Menge alter gebrechlicher Leute, die dort gewissermaßen eingepfründet sind und deren Absterben nicht auf Rechnung der medizinischen Fakultät gestellt werden kann. Die Augenklinik hatte noch gar keinen Todfall und die syphilitische Abtheilung besteht erst seit einem Jahre. Man kann daher nicht sagen, daß die Leute im Spitale durch Epperimentalkuren dem Tode zugeführt werden. Wenn die Stadt Werth auf die medizinische Fakultät lege, müsse sie auch einige Connivenz gegen dieselbe üben, sonst dürfte sich die Regierung vielleicht einmal fragen, ob es sich, da unter solchen Verhältnissen die Fakultät unbedingt Schaden leide und die Zahl der Studirenden abnehme, noch lohne, die Fakultät noch weiter zu halten; schon jetzt kostet bei 54 Studirenden ein Mediziner in Innsbruck bis er absolvirt habe dem Staate 5 bis 6000 fl.; diese Kosten werden sich im nächsten Jahre noch in höherer Summe auf den Einzelnen
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 15. Jänner 1875, S. 3, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/3438-vergleichende-sterblichkeitsziffern-zur-rechtfertigung-der-hiesigen-1875).

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BAUCHSCHNITT MIT ÜBER 10 LITERN

Erfolgreiche Ovariotomie an erster Tirolerin in der hiesigen chirurgischen Klinik

Innsbrucker Nachrichten · 4. August 1875 · S. 4 · Arbeitswelt, Medizin & Soziales

(Bon der chirurgischen Klinik.) Die erste Tirolerin, an welcher die Ovariotomie mit Erfolg ausgeführt wurde, verläßt heute das hiesige Spital. Sie heißt KreSzenzia Althuber, ist 40 Jahre alt, ledig, WirthStochter aus St. …

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