Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
STEUERN IM 18. JAHRHUNDERT

Bestehung des alten Grundsteuersystems in Tirol seit hundert Jahren

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 15. Jänner 1875 · Seite 4
Sie lautet: „In Tirol besteht noch dasselbe Steuersystem, welches zur Besteuerung von Grund und Boden und von Gebäuden durch das A. h. Patent vom 6. August 1774, also vor 100 Jahren eingeführt wurde. Die hiernach umgelegte Steuer wird nach dem derselben unterliege: den Hauptobjekte die Grundsteuer genannt. Der Maßstab für diese Steuer wurde in dem Werthe der Steuerobjekte gesucht. Dieser Werth oder wie sich daö Patent ausdrückt, der mittlere bürdenfreie Werth, wurde durch die seit einer Reihe von Jahren bestandenen Kaufs oder Ucbernahmspreise der Steuerobjekte, durch die von den Besitzern einzustellenden Fafionen, sowie durch Schätzungen der eigens hiefür bestellten Schätzungskommissionen erhoben. Dies galt insbesondere auch für Gebäude, welche Mietwohnungen enthielten, während Gebäude, welche nur Oekonomiezwecken dienten, nach der Area, welche sie einnahmen, ebenso bewerthet wurden, wie ein Grundstück bester Qualität. Die bis nun zugewachsenen Steuer- Objekte ( Novalien) wurden konsequent nach denselben Grundsätzen bewerthet. War ein Neubau in die Steuer einzubezieheu, so wurde dessen Werth dadurch ermittelt, daß die Steuerschätzungssummen mehrerer altbesteuerter Häuser erhoben und für den Neubau nach Lage und Größe ein mit den altbesteuerten Häusern verhältnißmäßiger Werth festgesetzt wurde. Die vor nahezu 100 Jahren ersolgte Bewerthung rer Gebäude mag den damals bestandenen Verhältnissen angemessen gewesen sein. Seit der Durchführung der Grundsteuer sind aber die Realitätenwerthe, insbesondere die Werthe der Gebäude, enorm gestiegen. Die Werthe jedoch, welche als Grundlage der Boranlangung der Steuer
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 15. Jänner 1875, S. 4, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/3439-bestehung-des-alten-grundsteuersystems-in-tirol-seit-hundert-jahren-1875).

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MITGLIEDSCHAFT NACH §5 GEWAHLT

Wahl der korrespondirenden Mitglieder der Handels- und Gerwerbekammer für verschiedene Bezirke

Innsbrucker Nachrichten · 30. April 1875 · S. 3 · Bergbau, Handwerk & Landwirtschaft

1183 (Handelskammer.) Gestern nahm die hiesige Handels « und Gerwerbe- Kammer auf Grund des §. 5 ihres Statutes die Wahl der korrespondirenden Mitglieder in ihrem Bezirke vor. Gewählt wurden für den Bezirk Telfs: Fabriks …

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