480 Erdgeschosse zwei Wohnungen sich befinden. UnS interesfirt daher nur der erste Stock. Derselbe besteht nebst einigen kleineren Nebengemächern aus einem geräumigen, 33 Schritt langen Saale, der als Speiseraum und Küche dient. Der Herd, welcher sich am westlichen Ende desselben befindet, dürfte manche Hausfrau interesstren. Er besteht hauptsächlich aus drei Theilen. Der breiteste, an der Wand angebaute Theil enthält drei große und einen kleineren Kupferkessel für Fleisch und Suppe. Oberhalb den drei großen Kesseln läuft in der Wand eine Wasserleitung, so daß es nur der Oeffnung der Hähne bedarf, um die Kessel zu füllen, von denen jeder wieder seinen eigenen Abfluß hat. Von diesem Theile des Herdes springt ein etwas schmälerer Hals hervor, auf dem drei Bratröhren aufgebaut sind. Jede dieser Bratröhren ist der Fläche nach durch einen Rost in zwei Theile getheilt, so daß sie für sechs den Dienst thun. Oberhalb dieser Bratröhren ist der Rauchabzug für den Herd durch ein? horizontal in den Kamin laufendes dickes Rohr angebracht. Quer vor diesem Theile des HerdeS liegt der eigentliche Sparherd, ebenfalls mit einem großen Bratröhre neben der Feuerung versehen. Der ganze Herd hat sechs kleine Feuerungen, nämlich je eine für einen Kessel, eine für den Mitteltheil und eine für den Sparherd. Der Herd wurde vom Feuerungs- Maschinisten Preinößl in Wien aufgestellt. In einer Ecke hinter dem Herde ist ein steinernes Waschbecken zum Reinigen der Geräthe u. dgl. mit fiießendem Wasser und vorne neben dem Eingänge in diesen Saal ein Trinkbrunnen für die Gäste der Küche. Ob diese Anstalt bei der Lebensweise eines großen Theiles der hiesigen Arbeiterbevölkerung, welche vom Lande in die Stadt kommt und die bekanntlich an nahrhafte Mehlspeisen gewöhnt ist, allen gerechten Anforderungen genügen können wird, wenn nur Fleischspeisen in derselben verabreicht werden, ist eine Frage, welche die Zukunft beantworten wird, die wir aber jetzt schon fast verneinen möchten.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 19. Februar 1876, S. 4, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/3612-besichtigung-eines-neuen-geraeumigen-herdes-in-der-speisekueche-der-1876).
(Aus dem Gerichtssaale.) Sin übel berüchtigtes Stadtkind, Anton Hosp, vulgo Rauch Toni, stand am vergangenen Freitage vor einem Richterkollegium des hiesigen Landesgerichtes, um sich gegen die wider ihn erhobene Anklage …
(Geisterspuk.) Man schreibt der „ N. Fr. Pr. " aus Innsbruck: „ Einen schlagenden Beweis, in welcher Ueppigkeit in Tirol noch der krasseste Aber, glaube herrscht, möge folgende Thatsache geben, deren Schauplatz Mieders i …
" (Berichtigung.) Unsere gestrige Nachricht von dem Tode des ehemaligen GemeinderatheS Herrn Hechenblaikner war nicht richtig. Herr Hechenblaikner lebt zur Stunde noch, liegt jedoch sehr schwer krank darnieder. Möge die …
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