Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
SALZEXPORT ÜBER SALZMANGEL

Salzmangel in Tirol und Vorarlberg durch Exporte aus Hall

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 5. Februar 1880 · Seite 5 · #Salzgewinnung
Der Beriehr war flau. (Salzspekulatiou io Hall.) Bekanntlich wurde im vorigen Herbste in ver. schiedenen Theilen Tirols und besonders in Vorarlberg über Salzmangel ge» klagt, eine Klage, die um so auffälliger war, als ja die Saline Hall stets in Betrieb war und der Segen des Sazberges weit mehr als den Bedarf dieser Länder zu decken vermöchte. Die Uisache war der Export des billigeren Haller Salzes nach anderen Kronländern, der von Haller Firmen in großem Maßstabe und mit großem Gewinn schwunghaft betrieben wurde und die Saline zu dem Zwecke förmlich auskauften. Dieser die regelmäßige Versorgung Tirol» und Vorarlbergs beeinträchtigende und auch dadurch gemeinschädliche Handel, weil durch ihn das Salz in eimtn Lande, das sich nebst Dalmatien der niedrigsten Salzpreise en gros e » freut, im Kleinverschleiße theurer ward als anderswo, hatte die Wiederveröffenilichung des Salzausfuhr - Verbotes au» Tirol und Vorarlberg und gewisse Vorsichtsmaßregeln beim Bezüge von Salz von Seite der Finanz - Behöide zur Folge. Damit war den Haller Salz- Exporteuren im allgemeinen Interesse ein Strich durch ihre Rechnung gemacht. In Folge einer Beschwerde über die dem Spediteur beim Bezüge von Salz auferlegten Verpflichtungen, welche vom Exporteur Flora bei der Handelskammer dahier eingereicht und gleichzeitig in Nr. 6 der „ N. Tir. Stimmen" veröffentlicht wurde, ward diese Angelegenheit Berathungsgegenstand der Kammer, bei welcher Gelegenheit eine Note der k. k. Finanz Landesdirektion verlesen wurde, die wir des allgemeinen Interesses wegen, das sie bietet, und damit die zum Wohle des Landes getroffenen, durch die unlauteren Vorgänge bei diesem Salzhandel hervorgerufenen Maßnahmen, sowie deren Veranlassung tu weiteren Kre sen bekannt werden, unseren Lesern mittheilen; denn ist einmal in dieser Angelegenheit, über die noch heute unklare Vorstellungen kurfiren, der wahre Sachverhalt bekannt, dann darf man auch eine unbefangenere Beurtheiluag als bisher erwarten. Die Note lautet:, „Das in der k. k. Saline in Hall erzeugte Salz ist ausschließlich zum Konsum in Tirol und Vorarlberg mit dem Fürstenchum Liechtenstein bestimmt, und wurde nur ganz ausnahmsweise der Bezug desselben in einer limitirten Menge als Beitrag zur Hebung der Viehzucht auch den Bewohnern des an Tirol grenzenden Leffach und des im Mölllhale gelegenen ehemaligen Bezirkes Stall in Oberkärnthen gestattet. In dem im Reichsgesetzblatte Nr. 155 vom Jahre 1875 neuerlich kundgemachten, schon seit 1867 mit Ungarn ver- «inbariea Salzverschleißtarife für die im ReichSrathe vertretenen Königreiche und Länder erscheinen sub I a die
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 5. Februar 1880, S. 5, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/4119-salzmangel-in-tirol-und-vorarlberg-durch-exporte-aus-hall-1880).

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