Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
WILTEN ODER NICHT WILTEN

Niedergestimmter Antrag Wildauers zur Hauszinssteuer und schwache Majorität bei Wiltenfrage

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 30. März 1881 · Seite 6 · #Gemeinderat
gewissen Berücksichtigung wert sind. Als Referent des Ausschusses muss ich mich gegen diese Anträge erklären, persönlich aber bin ich von deren Gerechtigkeit überzeugt. " Dr. Wildauers Antrag: „ Für die hauSzinssteuerpstichtigen Gebäude in Innsbruck m t Wilten wird die Hauszinssteuer mit 20, in den übrigen Orten Tirols und Voiarlbergs mit 15 Percent des reinen Zinsertrages bemessen ", wurde niedergestimmt. Redner wünscht dann in der Petition hervcrzuheben, dass bei der auf Antrag Greuters getrennten Abstimmung über Innsbruck die Einschaltung der Worte „sammt Wilten ", wie der Präsident über Ansuchen Wildauers constatierte, nur mit der schwachen Majorität von 18 Stimmen adgelehnt wurd. Redner fährt dann fort zu erörtern, wie Greuter es nicht einmal der Mühe wert hielt, seinen Antrag auf Trennung Willens von Innsbruck zu motivieren. Erst in der 125. Sitzung am 18. März fühlte er sich als Generalredner zu 8 9 bewogen, in Erwiderung auf die Ausführungen v. Wlldauers als Generalredner zu § 8 zurückzugreifen und die Gründe seines Antrages uns wissen zu lassen. Bei dieser Gelegenheit, fährt Dr. Blaas fort, erging sich nun der Vertreter der Landgemeinden Oberinnthals, Msgr. Greuter, in folgende, Auslassungen: ( liest) „ Ich hätte eigentlich nicht daran gedacht am heutigen Tage das Wort zu ergreifen; allein die Verhandlung über 88 hat mich verpflichtet beim § 9 zu entgegnen; denn, » nenn der 8 8 gestattet mich anzugreifen, so muss mir der 8 9 ebenfalls das Recht gewähren, diese Angriffe von mir abzulehnen. ( Heiterkeit.) Der Herr Abg ordnete Dr. R. v Wildauer hat die gestrige Abstimmung über die Ausscheidung von Wiltau aus der Stadtgemeinde Innsbruck angegriffen. Ich frage einmal, ist denn das ein Novum? Hat nicht derselbe Herr Abgeordnete Dr. R. v Wildauer im Jahre 1878 sich dagegen erklärt, wenn auf Seite 17 der stenographischen Protokolle unter Tirol einfach Innsbruck als jene Stadt ausgenommen ist ohne Wiltau? ( Rufe: Wilten!) Wie kann er sich denn heute mit einer solchen Entschiedenheit gegen eine Thatsache erklären, für welche im Jahre 1878 seine ganze Partei mit Entschiedenheit eingetreten ist! Wenn der Herr Abgeordnete glaubt, dass man Petitionen nicht berücksichtigt hat, so muss ich dem Herrn einfach erklären, dass die ganze Gemeindevertretung von Wiltau eine Pesttion hiehergesendet hat, und was mich betrifft, ich habe » venigstens soviel Rücksicht auf die Wähler von Wiltau ( Rufe: Wilten!) — Wilten oder Wiltau ist bei uns gleich, einige sagen Wilten, andere Wiltau — ich habe soviel Rücksicht gehabt gegen die Wähler von Wilten, dass ich den einfachen Antrag gestellt habe, man möchte separat abstimmen. Was kann man den Wählern weniger
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 30. März 1881, S. 6, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/4253-niedergestimmter-antrag-wildauers-zur-hauszinssteuer-und-schwache-1881).

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