3212 (Wegmarkierung zum Hafelekor.) Ein runder Gipfel, stark begrünt und nur wenig felsig, zuckerst mit einem rothem Kreuze, blickt unmittelbar von Norden her auf die Landeshauptstadt Innsbruck nieder. Es ist das — Hafelekar, 2281 Meter ü. d. Meere gelegen, bei den städtischen Bergfreunden als Sonntagspartie beliebt — und nicht mit Unrecht. Große Nähe ( 4 % Stunden), leichte Besteigst chleit, die % Stunde westlich unter dem Gipfel im Grunde eines Felsentrickters sprudelnde Quelle köstlichen Wassers und ein Panorama, das zwar nicht allumfassend, unbegrenzt, aber doch interessant, malerisch, lohnend genannt zu werden verdient, zeichnen den Scheitel aus. Seine Rundschau vereint die drei Hauptmomevte hübschen Fernblickes: das Willschöne in der Gleirschund Hallthaler Felsenkette, das Anmuihige von Innthals grünen Gefilden und das Erhabem Prächtige der gleißenden Jirnenwelt von Stubai ' s Psasfengruppe an bis zu den gewaltigen Gipfeln der hohen Tauern. Als Anstiegepuukt gilt gewöhnlich die Hungcrbnrg; aber da den Wald oberhalb derselben die verschiedenartigsten Steige queren, dringen die Besucher des Hafelekars gewöhnlich ohne genauere Kenntnis aufs geradewohl empor. Dem zu steuern hat nun die hiesige Ecction des deutschen und össtrrelchen Aipenvereins in vergangener Woche die biqueniste Anstiegslivie durch 10 Tafeln und etliche Dutzend gelbfarbiger Pfeile und Striche an Bäunien und Steinen bezeichnet. Die Route läuft durch die Höttingergosse, an denn « Eingänge gegenüber der Znnbrücke sich die erste Tafel befindet, zur Höttingerkirche und von dort über die Fahrstraße zu den Steinbrüchen bis 10 Minuten westlich der Hm gerburg und dann durch den Wald über den c rca 1050 M. hohen Titschenbrunnen, eine herrliche Gebirgsquelle mit erquickendem Wasser, bei der es sich so wohlig ruht, zum grünen Boden der sogenannten Arzler. Rossfalle, circa 1550 M. hoch. Hier steht der letzte Wegweiser, und da das Haselekar nun unmittelbar vor Augen steht, erscheint Netteres überflüssig. Zu bemerken wäre nur, dass man vorerst nicht auf den Gipfel selbst, sondern auf das grüne Spitzchen westlich davon lossteuern, von wo es ganz bequem zum Kreuz ostwärts cmporgeht. Vom Kreuz bis zur Quelle hat die besagte Alpenverein « section schon 1879 drei Wegweiser errichtet, so dass nun von der Jnnbrücke an bis zum sprudelnden, hochgelegenen Nass eine sichere Leitung besteht. Bemerkt sei noch, dass, wer schon über die Hungerburg ansteigen will, dies noch immerhin thun kann; er suche nur die Fahrstraße zum Steinbruch westlich derselben und gehe auf selber 5 Minuten abwärts bis zum nächsten
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 24. August 1882, S. 6, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/4417-neue-wegmarkierung-zum-hafelekar-durch-alpenverein-eingerichtet-1882).
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