Es kam nun das Gesuch des hochw. Herrn Pfarrers Mahr zur Verlesung um einen Beitrag zuni Kirchenbau in St. Nikolaus. Wir entnehmen demselben, dass bis Ende 1882 für den Bau der Kirche laut Bauvertrag 40. 000 fl, dann außerhalb des Bauvertrages für die Nothkirche. den provisorischen Glockenstuhl, dann für Unvorhergesehenes, wie für den Thurm, der sich unerwartet als baufällig erwiesen habe, für tiefere Fundamentierung einiger Theile der Kirche wegen schlechten Grundes, 8000 fl. bereits bezahlt worden sind. Für den Thurm müssen in diesen: Jahre 6000 fl. bezahlt werden, um ihn bis zur Höhe des Kirchendaches zu führen, was unbedingt gleichzeitig mit dem Aufbaue der betreffenden Partie der Kirche geschehen niuss. Die Sumnie der nicht in den Baucontract einbezogenen Arbeiten beträgt sonnt 14. 000 fl. Nachdem sich der Baufond in: Jahre 1882 nur um 8500 fl. vernwhrt hat, so ergibt sich ein Desicit von 5500 fl. G. - R. Karl Adam hält das Gesuch für verfrüht. G. - R. Ritter v. Schwertling beantragt die Ablehnung desselben mit Beziehung auf die s. z. bei Ertheilung des Bauconsenses zun: Beschüsse erhobene Verwahrung der Stadt gegen irgendwelche Beitragsleistung. G. - R. Hechenblaikner findet die Erledigung des Gesuches gerade nicht dringend, eine unbedingte Ablehnung würde aber den Herrn Pfarrer verletzen; zuden: sei zu bedenken, dass bei dem baufällige » Zustande, in dem sich der Thurn: befunden habe, die Stadt, als Patron der Kirche, zu dessen Reconstruierung hätte beitragen müssen, auch wenn der Neubau der Kirche nicht zustande gekonrmen wäre. Er beantragt, es sei im nächstjährigen Präliminare ein Beitrag zum Kirchenbau aufzunehmen. G. - R. Ludwig befürwortet den Antrag; eine Ablehnung desselben würde in der ganzen Gemeinde sehr übel aufgenonimen werden. Vicebörgermeister Schumacher findet, dass es für den Herrn Pfarrer nichts Verletzendes haben könne, wenn der Gemeinderath auf seinen: früheren Beschlüsse, der den: Herrn Pfarrer ja vor dem Baue schon bekannt war, verharre. Die Stadt wird nach Vollendung des Baues das unter der Kirche stehende und für den Kirchenbaufond ganz wertlose Haus einlösen müssen, der dafür zu bezahlende Betrag fließt aber ganz in den Kirchenbaufond. Wird nun noch ein Beitrag für nächstes Jahr in Aussicht gestellt, so werde die Stadt zweimal Beiträge leisten.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 8. Jänner 1883, S. 8, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/4447-antrag-auf-kirchenbaubeitrag-in-st-nikolaus-auf-grundlage-von-1883).
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