selbstständige protestantische Gemeinden gebildet, ohne dass der Landtag hierüber gehört worden, ja gegen dessen feierlichsten, ununterbrochenen und durch den lautesten Wiederhall im ganzen Lande bekräftigten Protest. Zuerst wurde in Innsbruck durch den Ankauf einer früher katholischen Kapelle zur Herstellung einer öffentlichen evangelischen Pfarrkirche geschritten. Damit nicht zufrieden, wird nun auch in Meran der Neubau einer eigenen Pfarrkirche in ' s Werk gesetzt. Die Baubewilligung ist hiezu von der politischen Behörde ertheilt und die Arbeiten am Bauplätze haben bereits begonnen. Ein Bedürfnis hat für diesen Bau nicht bestanden. Das bisherige Bethaus genügte der Abhaltung des Gottesdienstes in vollständiger Weise. Die Protestanten, welche ihren eigenen Friedhof und seit jüngster Zeit sogar ihre eigene Schule besitzen, haben in Meran immer die vollste Freiheit in Ausübung ihrer Religion genossen. Dieses Vorgehen in unserem Lande, diese fortgesetzte Missachtung des heiligsten unserer Rechte, hat in ganz Tirol die tiefste Missstimmung hervorgerusen. Der Bestand aller geschichtlichen Institutionen, aller Rechtszustände erscheint gefährdet und in Frage gestellt, sobald Willkür die Stelle' des Gesetzes vertritt. Das durch Se. Majestät unfern allergnädigsten Kaiser und Herrn Franz Josef I. im Jahre 1866 bestätigte und bekräftigte historische Recht der Glaubenseinhcit hat seine staatsrechtliche Grundlage bis zur Stunde nicht verloren. Allerdings haben die Gegner unseres Rechtes manche sophistische Argumente für eine rerartige Behauptung in ' s Feld geführt, allein die conservative Landtags Majorität hat die Unhaltbarkeit dieser Argumente schon durch ihre Erklärung vom 15. October 1878 in schlagendster Weise nachgewiesen. Der tirolische Landtag, mit dessen Zustimmung allein das Gesetz vom 7. April 1866 eingeschränkt oder aufgehoben werden könnte, hat derartige Beschlüsse bis zur Stunde nicht gefasst. Man glaubte dieses dem Tiroler hochheilige Recht nach so vielen Kämpfen durch die Gnade des Landesfürsten und die andauernde Haltung des Landtages gesichert. Dem eigenmächtigen Erachten eines Ministers blieb es Vorbehalten, unser Recht als nicht mehr bestehend zu erklären. In der Erklärung vom 15. October 1872 hat die Majorität des tirolischen Landtages darauf hingewiesen, dass der Bestand der evangelischen Gemeinden in Innsbruck und Meran selbst nach dm Bestimmungen der allgemeinen Staatsgesetze ein ungesetzlicher sei, indem diese Gemeinden größtentheils zu Gunsten von Ausländern, denen dadurch ein eigenthümliches Privileg ertheilt wurde, gebildet und ihre Presbyterien, obwohl denselben der Charakter öffentlicher Behörden zusteht, zum größten Theile von Ausländern zusammengesetzt sind. Der erste Bau einer protestantischen Kirche im Lande darf von der conservativeg Landesvertrelung nicht mit Stillschweigen übergangen werden. Wir vertheidigen den Charakter unseres ungetheilt katholischen Landes, wir ämpfen neuerdings für das vornehmste unserer Rechte. Dabei wird uns der Vorwurf der Intoleranz niemals gemacht weiden können.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 11. Juli 1883, S. 4, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/4509-neubau-einer-evangelischen-pfarrkirche-in-meran-trotz-landesweiten-1883).
Es kam nun das Gesuch des hochw. Herrn Pfarrers Mahr zur Verlesung um einen Beitrag zuni Kirchenbau in St. Nikolaus. Wir entnehmen demselben, dass bis Ende 1882 für den Bau der Kirche laut Bauvertrag 40. 000 fl, dann auß …
Es kann nicht verschwiegen werden, dass die ebenso tüchtige als opfervolle künstlerische Thätigkeit der Liedertafel einer aufmerksameren Würdigung von Seite des Pnblicums wert wäre. < Installation des neuen evangelischen …
(Die neue Kirche zu St. Nikolaus.) Der Neubau der gothischen Kirche schreitet, wenn auch scheinbar langsam, doch stetig vorwärts. Auf der Südseite ist das kräftige Kranz oder Dachgesims in einer Höhe von 13 ' 30 in. vom …
Büchsenhausca i Personalnachrichten.) Im Personalstande der nordtirolischen Franciscaner- OrdenSprovinz kamen folgende Veränderungen vor: Von Bozen: P. Edilbert Kerschbaumer als Lector nach Schwaz; P. Agapit Si. merke al …
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