Während deS Semesters verließen 9 Schüler die Anstalt und 5 traten ein. lDas Fest der Metzger und Fleischhacker) zur 200jährigen Gedächtnisfeier der Schenkung des Freibriefes von Sr. Majest. dem römischen Kaiser Leopold 1. an die Zunft nahm gestern in den Redoutensälen seinen solennen Verlauf. Die Saallocalitäten waren gerade nicht überfüllt, was man vielleicht befürchtet haben mag und darum einen hohen Eintrittspreis fixierte, aber recht gut besucht. Von notablen Gästen beehrten das Fest mit ihrer Gegenwart Se. Excellenz der Hr. Statthalter Baron Widmann, Oberlandesgerichtsrath Baron Mag es und der Hr. Bürgermeister Dr. Falk. Um 8 Uhr nahm die Feier mit dem historischen Feftzuge ihren officiellen Anfang Fanfaren verkündeten dessen Aufzug. Kriegsknechte in der Tracht, wie sie unter Heinrich, dem Städtegründer, die Franken getragen, eröffneten den Zug. Diesen folgte der Herold uiit seinen Begleitern, den Wappen und Standartenträgern. Die Wappenzeichen, auf deren einem seltsamerweise der pfälzische Löwe prangte, wurden von hübschen Burschen getragen. vie einzigen, die mit den Zunftmeistern in dem richtigen Costüme stacken. Die Standarten zeigten auf einer Seite die Embleme deS Handwerkes, aus dem Avers die Wappen Tirols und der Stadt Innsbruck. Diesen folgte niit spanischen, Gewände angethan die stattliche Figur des Grafen Werndle. Diesem reihten sich zwei junge Edle in reichem Costüme, und der Parlamentär, der das Original des Zunft - Freibriefes in der Hand trug, an. Zwei Knaben trugen die Zunftlade, die die Kleinode und Briefe der Zunft in sich zu schließen bestimuit ist, ein Knabe trug den goldenen Zunftbecher, derselbe stammt angeblich aus dem Anfänge des 16. Jahrhunderts, — auf einem mit Blumen gezierten Teller. Herauf folgten der Zunftmeiiter mit den zünftischen Genossen. Den Schluss bildeten die „ Knechte "; voran der Altknecht mit einem bekränzten Beile. Nachden, der Unizug vorüber war, betraten die Meister der Zunft die prächtig geschmückte Estrade. Hierauf begann die Verlesung des Freibriefes durch den Parlamentär, nachdem der Graf Werndle der Zunft von der Auszeichnung Kundschaft gegeben, die der Kaiser derselben zu Theil werden liess. Wir lassen aus der Urkunde die Beschreibung des der Zunft verliehenen Wappeuzeichens hier folgen.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 11. Februar 1884, S. 5, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/4575-solenne-gedaechtnisfeier-der-metzgerzunft-anlaesslich-des-1884).
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