3öyö dagegen bei der Besprechung der Restauration der Ursulinenkirche derselben das Zeugnis geben, daß der Herr Historienmaler Albrecht v. Felsburg, welcher sämmtliche Pläne entwarf und unter dessen persönlicher Leitung alles ausgeführt wird, diesem Gotteshause nicht seine Pläne aufzwang sondern dieselben ihm anpaßte, was nach unserer Auffassung das allein Richtige ist. Es war kein leistes Stück Arbeit, aus diesem durch mehrfache frühere Restaurationen verpfuschten und verunstalteten, in der Bauart selbst nichts weniger als dankbaren Objecte etwas zu schaffen, das der Winde eines Gotteshauses und den Anforderungen der Kunst entspricht. Vor allem Andern mußten daher am Deckengewölbe und an den Wänden die alten unregelmäßigen Stukkaturen entfernt und durch neue ersetzt werden, bei deren Formen Winkel und Zirkel keine Abweichungen und Unregelmäßigkeiten gestatteten. Dies geschah in ausgedehntester Weise. Mit Ausnahme de " gefälligen Stukkaturen in der Eingangshalle, welche geschont wurden, fiel alles bis auf die kahle Mauer und das kable Gewölbe dem Hammer zum Opfer. Die neuen Stukkaturen, dem Charakter und den Verhältnissen der Kirche mit vollem Verständnisse angepaßt, sind bis ins kleinste Detail mit dem größten Fleiße und mustergittiger Genauigkeit ausgeführt. Die gleich große Sorgfalt bemerken wir in den Deckenmalereien sowohl im Schiffe der Kirche als auch im Presbyterium. Erstere sind durchaus dekorativer Natur, während im letztem das Freskogemätde den Ve einigungspunkt der Dekorationen bildet. Die Stimmung der harmonischen Farbentöne ist eine äußerst wohlthuende, eine erhebende. Was den Hochaltar betrifft, der uns leider noch nicht in seiner Vollendung sich präsentirt, so dürfte derselbe freilich für den ersten Augenblick nicht Jedermann ganz entsprechen. da sein ganzer Ausbau sich der Macht der Gewohnheit entzieht und als originelle Schöpfung dasteht, für welche das Berständniß nicht so leicht zum Durchbruche kommen wird. Indessen wird selbst der schärfste Kritiker nicht bestreiten können, daß derselbe durchaus sthlvoll gegolten ist. Ueber dem zierlich geformten, schlank emporstrebenden Tabernakel aus weißem Marmor baut sich der Altar in seinem bronzefarbigen Tone wie ein Triumphbogen auf. Dadurch erscheint der Tabernakel als die Hauptsache, welcher die Konstruktion des Altarbaues den entsprechenden Hintergrund verleiht. Sehr dankbar müssen wir dem Künstler sein, daß er die Nischen für die Reliquien an den Seitenwänden gegen früher so ernüchtere, daß sie nun als wirkliche Ruhestätten der hl. Leiber sich darstellen. Die etwas veränderte Form entspricht den Raumverhältnissen und dem Charakter der Kirche, was wir nur anerkennen können. Die über diesen Nischen in den Wandflächen jetzt provisorisch eingesetzten großen Vasen mit Gewächsen in dekorativer Malerei werden später fiauralen Oelgemälden weichen. Auch die Seitenältäre werden mit der Zeit aufgestellt werden, wie auch die Kanzel in ihrem gegenwärtigen halbfertigen Zustande noch ihrer Vollendung entgegenharrt. Weil neck Vieles mangelt, was die Zeit erst bringen muß. so unterlassen wir es heute, in eine Schilderung der Details einzugehen, welche wir uns für den Zeitpunkt der vollendeten Durchführung der Restauration Vorbehalten, und begnügen uns mit diesen allgemeinen Grundzügen der Restauration, die in ihrer Gesammtheit nach dem einheitlichen stylgemäßen Plane zu der Hoffnung berechtigen, daß voraussichtlich in nicht zu ferner Zukunft die ganze Ursulinenkirche MS i oumcu. iiimaim.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 8. August 1884, S. 8, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/4624-restauration-der-ursulinenkirche-in-kunstgerechter-ausfuehrung-1884).
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