Offenbar hat sich hier der Architekt Schmidt das Deckengemälde der St. Michaelskirche in Hildesheim zum Vorwürfe genommen. Im breiten Arkadenfries sind jederseits die 12 Brustbilder der kleinen Propheten des alten und der Apostel des neuen Bundes in Medaillons eingeflochten. Den Triumphbogen schmückt eine symbolische Darstellung, wie die Aeltesten dem göttlichen Lamme folgen. Die Apsis ist gleichfalls in Tempera M uüer ausgeschmückt und zeigt ob? n in der Concha auf Goldgrund die Himmelskönigin zwischen huldigenden Engeln, unten die zwölf Apostel in Lebensgröße, links und rechts im Chor Moses, Elias und die 4 Kirchenlehrer Gregorius, Ambrosius Augustinus und Hieronymus, selbstverständlich alles mit dem stylüblichen Beiwe ke. Der Architekt Schmidt hat hier für seine Entwürfe im Dekorationsmaler Herrn August Mayr, Inhaber der ehemals Lindner ' schen kirchlichen Kunststickerei in Innsbruck einen tüchtigen Interpreten für seine Ideen gefunden, der diese mit Sachkenntniß voll und wahr im Bilde verwirklichte. Die Farbenfrische, die ausdrucksvollen Köpfe, die stylechte Behandlung des architektonischen Beiwerkes machen auf den Beschauer einen recht erfreulichen Eindruck. Die Flachdecken und Wände der Seitenschiffe sind ebenfalls reich polychromirt, ihre Absyden mit Symbolen aus der Apokalypse bemalt Die Doppelfenster des Hauptschiffes sind zierliche Teppichmuster in Grau: in die Seitenschiffe dringt das Licht durch hochfärbwe Scheiben und wirft seine Strahlenbündel auf die weißen und blauen Marmorplatten des Fußbodens. Das allzugrelle Roth und Blau dieser Fenster klingt übrigens fast als ein Mißton in der Harmonie der übrigen Farbenpracht. Die säulengetragenen Mensen der Altäre sind aus Trientiner Marmor mit Emailmosaik incrustirt. Vom weißgrauen Steine heben sich die eingelegten bunten Bilder prächtig ab, so namentlich am Antependium des Hauptaltares die drei bildlichen Darstellungen: in der Mitte Christus als Erlöser, rechts das Opfer Abrahams, links die Traubenträg? r. Diese ausgezeichneten Arbeiten von Steinhauerei gingen aus der Werkstätte des Johann Jakob Linser in Willen hervo Der niedrige Aufsatz des Hochaltars — ursprünglich bestimmt in Bronze ausgeführt zu werden, was aber der hohen Kosten wegen unterblieb — ist ein Werk schöner Holzschnitzerei des Kunsttischlers Florian Sperl im Hause der barmherzigen Schwester, der sich seither als selbstständiger Meister in der Stadt ( Anichstraße im Stöcklgebäude des Melzerhauses) etablirt hat. Wie die Aufsätze der drei Altäre, so sind auch alle andern Einrichtungen der Abfahrt des? Zöison ' ba. is. ri. z ' ü. ge von innsbmck, Südbahsv NÄcbKufstßiu:?.!
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 17. Juli 1884, S. 8, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/4615-neue-kirchliche-ausmalung-und-mosaikwerke-in-stimmungsvoller-1884).
5 ° R. ' herrschte. s Restauration in der Hofkirche.) Nachdem vor einem Jahre der schöne Fürstenchor von der Kalktüuche befreit und restauriert worden ist, wird jetzt die demselben gegenüberstehende Orgel mit deni ebenfa …
Ungeprüft wegen Krankheit blieben 2. (Die neuen Fenster für die Servitenkirche) Sicherem Vernehmen nach sind in der tirolischen Glasmalereianstalt Fenster mit matten Farbentönen für die hiesige Servitenkirche in Arbeit. …
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