Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
HAZARDSPIELER MIT TASCHENMISCHER

Verurtheilung eines Gotscheebers und dreier Spieler wegen Falshipiels und Hazardspielens

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 6. Februar 1885 · Seite 4
(Zur Warnung!) Bor circa 14 Tagen spielten beim Gruberwirth drei Herren mit einem „ Gotscheeber " das bekannte „ Drei unter Hundert. " Da ihnen dabei ausfiel, daß äußerst selten niedere Nummern herauskamen, nahmen sie das Nummernsäckchen in Beschlag und es zeigte sich bei der hierauf erfolgten Revision derselben, daß die Nummern bis 10 in demselben gar nicht enthalten waren; der „ Gotscheeber " produzirte sie aus seiner — Rocktasche. Den Mann ließ man verhaften und gestern vormittags fand vor dem hiesigen Bezirksgerichte die Verhandlung statt, wo er wegen Falschipielens zu 10 Tagen strengen Arrests und 1 Tag Dunkelhaft verurtheilt wurde. Aber auch die drei Spieler kamen schlecht weg: sie wurden nämlich wegen Hazardspielens bestraft, und zwar zu einer Zahlung von je 2 fl. verurtheilt. Die Spiele „ Drei unter Hundert ", „Grad oder Ungrad " rc, wie es die „ Gotscheeber " pflegen, sind nach den Ausführungen des Richters als — Hazardspiele zu qualisiziren, demnach verboten, und wer ein solches spielt, ist strafbar! Wir thcilen diese Entscheidung unseren Lesern zur Warnung mit, damit sich jeder vor Schaden zu wahren wisse.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 6. Februar 1885, S. 4, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/4669-verurtheilung-eines-gotscheebers-und-dreier-spieler-wegen-1885).

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