Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
SKELETTE UND RÖMISCHE MÜNZEN AUS DEM HÜGEL

Auffindung alter baulicher Ueberreste und Funde am Maktinsbühel bei Zirl

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 19. Dezember 1885 · Seite 5 · #Archäologie
(Funde am Maktinsbühel) Im verfloffenen Herbste hat Herr Louis Hepperger hier, Besitzer des Schlofles Martiusbühel bei Zirl, einige neue Wege zu seinem Ansitze Herstellen lassen, bei welcher Gelegercheit die Arbeiter nicht vur mehrere interessante Gegenstände zutage förderten, sondern auch ältere bauliche Ueberreste aufdeckten. So stießen sie an zwei Stellen auf eine über 5 m dicke Mauer, die sich quer über den Hügel, auf dem das Schloß liegt, gegen die nördliche Bergflanke hinzieht und wohl als Ueberrest einer Thalsperre angesehen werden darf. In der Nähe dieser Mauer, beinahe ia gleicher Höhr mit der Thalsohle wurden Falconetlkugeln, GlaSstücke, eiserne Messer und Münzen, darunter eine Anzahl römischer Kaisermünzen, auSgegraben. Besonders hervorzuheben ist, daß man an mehreren Stellen, so z. B. an dem neu reftaurirten Thorbogen, dann am westlichen Wege zum Schlöffe, menschliche Skelette ergrub, die nur wenig unter der Humusdecke gebettet lagen. Die Funde gehören verschiedenen Zeiträumen an, ein Beweis, daß die Gegend am Martinsbühel seit langem besiedelt war. Diese Thatsache ist übrigens schon früher konstatirt worden, indem bereit » im Jahre 1882 Herr Professor Dr. Franz Wieser über ähnliche Funde, wie die bezeichueten ia der Zeitschrift des Ferdinandeums einen Bericht veröffentlicht hat.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 19. Dezember 1885, S. 5, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/4765-auffindung-alter-baulicher-ueberreste-und-funde-am-maktinsbuehel-1885).

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