7 Das Trauerspiel in Baieru. König Ludwig II. weilt nicht mehr unter den Lebenden. Ein unendlich trauriges Schicksal hat sich an ihm vollzogen. Er hat sich, wie man annehmen muß, in der Absicht, den ihn beobachtenden Personen zu entfliehen, vom Schloßparke in Berg in den Starnbergersee gestürzt und hiebei sein Leben verloren. Wir erhielten über die entsetzliche That folgende Depesche: München, 14. Juni. Laut Afichen der Polizei - Direktion hat sich der König gestern abends 6 » /i Uhr beim Spaziergange im Schloßparke von Berg in den Starnbeigersee gestürzt. Der Leibarzt, Dr. v. Gudden, ertrank gleichfalls bei den Rettungsversuchen. Das war eine erschütternde Nachricht, die Jedermann, als die traurige Botschaft die Stadt durcheilte, mit herben Schmerz erfüllte, war der unglückliche König doch ein Verwandter des allgcliebten Erzhauses Oesterreich, wendeten sich ihm doch als Nachbarfürsten Aller Sympathien zu, denen sich in letzter Zeit noch das tiefste Mitleid für den unglücklichen Menschen beigesellt hatte. Der Tag, an dem Bayern ' s kunstsinniger Fürst zu Grab getragen wird, an dem ein Freund der herrlichen Alpenwelt, wie es nur wenige gab, in der Ernst seiner Väter beigesetzt werden wird, wird auch st ' r uns ein Tag der Trauer sein, die wir in dem verblichenen Fürsten einen Freund unseres Landes verehren und in den Bayern unsere Stammesbrüder lieben. Nack kim die Prcklamirung der Re. ertch. si des Prinzen Luilpold erfolgt w r, wurde König Ludwig vermocht, Hohenschwangau zu re: lassen und einen andern Aufenthaltsort zu wählen. Man legte ihm Fürstenrier, Berg und Herren» C iemste zur Wahl vor. König Ludwig enischied sich für Berg und in thuvlichster E le wurde die Ueberfiedlung dahin eeranstaltet Der Regentschaft lag offenbar daran, den König na sch von Hohevst wangau we. zubringen, wo sich dir Bevölkerung in weitem Umkreise in namenloser Aufregung befand. Groß; Schaarcn der Bewohnerschaft wäret » von all n Seiten in und um Füssen zusamwengestrcmt. Dieselbe nahm namentlich gegen die Mitglieder jener bekanntes Deputation, die den König zur Einberufung des Landtages veranlassen sollte, eine so drohende Haltung ein, daß es dem Bezirksamtmanne von Füssen nur mit g ' vßer Mühe gelang, jene ui behelligt durch die Menge zu bringen. — Als der Kö ig vrm Ericheinen jener Deputation hörte, bemächtig ' e sich seiner eine so hochgradige Erregung, dass er, wie Minister Krailsheim dem ihn interv ewenden Correspcndenten der „ Presst " gegenüber ccnstatirte, Befehle an seine Dienerschaft ertheelt hatte, welche das Leben der Mitglieder derselben bedrohter ». Der Körig hat
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 15. Juni 1886, S. 8, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/4823-traurige-nachricht-aus-baieru-koenig-ludwig-ii-ertrunken-im-1886).
(Kunst.) Gegenwärtig ist im Saale des Landhauses das Modell eines Grabdenkmales von Bildhauer Klotz dahier ausgestellt: eine trauernde Figur, die vor einer Urne steht. Ausdruck und Bewegung derselben sind edel und würdev …
(Graf Ludwig von Sarnthein. % >) Seiner innigst geliebten Tochter, Gräfill Mathilde, welche gestern unter großer Betheiligung aus allen Klaffen der Bevölkerung beerdigt worden ist, folgte am selben Tage der Hochgeborne H …
Dc. Hirn in Audienz empfangen. — Dem Lehrer und Schulleiter in Rietz, Andreas Natter, wurde in Anerkennung seines langjährigen verdienstvollen Wirkens das silberne Berdienstkreuz mit der Krone verliehen. …
5 Aalion) das sicherste Schutzmittel gegen die Blatte ' n ( Variola vsra) ist; b) die Schutzlraft der Impfung jedoch in der Regel keine immerwährende ist, sondern eine Wieder - Impfung einen größeren Schutz gewährt; o) d …
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