Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
GEBAERKLINIK ALS SPIEGEL DER SPANNUNGEN

Debatte über den Neubau der Landesgebärklinik in Innsbruck und finanzielle Vorkehrungen

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 13. Jänner 1887 · Seite 6
" 8. Landtags - Sitzung Debatte über die Landesgebärklinik in Innsbruck. Bei deni Interesse, welches unsere Leser der Debatte über den Neubau der Landesgebärklinik in Innsbruck entgegenbringen dürften, glauben wir es nicht unterlassen zu sollen, ans jene Debatte nochmals eingehender znrückzukommen, umsoweniger als in derselben die staatsrechtliche Frage, wenn von einer solchen in Tirol im Sinne der Zweitheilung des Landes gesprochen werden kann, und der Gegensatz der beiden im Lande lebenden Nationalitäten gestreift wurde. Da der Bau einer Gebärklinik weder mit der einen noch mit der andern Angelegenheit im unmittelbarem Zusammenhänge steht, so kann man aus der Abschweifung von der Gebärklinik auf jene Gebiete schließen, daß es den fortwährenden autonomistischen und nationalen Agitationen in Wälschiirol gelungen ist, eine Spannung in die Situation zu bringen, die in dieser Debatte eben auch ihren Ausdruck fand. Als Berichterstatter fungirte Dr. R v. Graf und er stellte namens des Finanz - Comit ^ ' s folgende Anträge: „ Der h. Landtag wolle beschließenr 1. Nach erfolgter Erwirkung eines Staatsbeitrages von mindestens 40,000 fl. für den projektirten Neubau zur Unterbringung der Lanresgebär - Klinik in Innsbruck und nach erhaltener Zusicherung des bisherigen Jahresbeitrages von 3750 fl. für so lange als diese Anstalt zu Unterrichtszwecken dient, sei 2. dieser Neubau in den Jahren 1887 und 1888 auf Grundlage der vom Landcs- Sanitätsrathe und den! Professoren - Collegium der hiesigen medizinischen Fakultät im Wesentlichen begutachteten Planskizze des Architekten v. Stadl zum präliminirten Maximalkostenbetrage von 200. 000 fl. herzustellen. 3. Zur Bedeckung dieses Kostenbetrages sei zunächst außer dem erwähnten Staatsbeitrage der in der Höhe von rund 30,000 fl. vorhandene Gebärhausfond zu verwenden. 4. Zur Bestreitung des sich ergebenden Abganges sei in die Präliminarien des Landesfondes für die Jahre 1887 und 1888 je ein Betrag von 30,000 fl. einzustellen. Der weitere Abgang bis zum Maximalbetrage von 70,000 fl. fei nach Bedarf im Wege einer Kreditoperation zu beschaffen und in den Jahren 1889, 1890 und 1891 aus dem Lanvesfonde zurückzuzahlen. 5. Der Landesausschuß sei mit der Durchführung vorstehender 4 Punkte zu betrauen und zu beauftragen, sofort in geeigneter Weise vorzusorgen, daß der Neubau rechtzeitig seiner Bestimmung zugeführt werden kann. Derselbe hat bei der Bauausführung und künftigen
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 13. Jänner 1887, S. 6, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/4908-debatte-ueber-den-neubau-der-landesgebaerklinik-in-innsbruck-und-1887).

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