S t. SS. Jänner. Zur 16. Sitzung des Landtages. In jener am 24. ds. vormittags gehaltenen Sitzung des Landtages sprach, wie wir bereits in Kürze in Nr. 19 unseres Blattes mitgetheilt haben, der Herr Rector der Universität, Dr. Bussen, sich ausführlich über das Duell und Mensurenwesen verbreitend, zumal eben dieses an unserer Universität schon oft und oft Anlaß zu Klagen gegeben hatte. Rector Busson nahm bei der Verhandlung über das Budget, wo es sich uni die Auslagen für die Universität, soweit sie aus deni Landesfond bestritten werden, handelte, Anlaß, seine Ausführungen zur Klärung der Lage einzuflechten. Dr. Busson sprach: „Hohes Hauö! In den Anträgen, welche soeben verlesen worden sind, handelt es sich um einige Punkte, in denen jenes besonders innige Verhältniß unserer Universität zum Lande Tirol, dessen in der heurigen Session mehrfach gedacht wurde, zum Ausdrucke kommt. Ich erbitte mir speziell zu diesen Punkten das Wort, weil es Punkte sind, in denen die Universität auf das Wohlwollen der Vertretung des Landes angewiesen ist. Und wenn ich auch in einem speziellen Falle dieses Wohlwollen mit Dank anzuerkcnncn Gelegenheit hatte, so muß ich doch andererseits gestehen, daß ich noch nicht für alle Fälle dieses Wohlwollen der Landesvertretung als vollständig gesichert ansehen kann. Ich möchte meinerseits gerne dazu beitragen, unr uns dieses Wohlwollen für alle Fälle zu sichern und ich möchte deshalb auch für meinen Theil, hohes Haus, eingehen auf jene so viel und so oft beklagten und behaupteten Mißstände an unserer Universität, um vielleicht über diese eine richtigere und mildere Anschauung bei der Majorität dieses hohen Hauses wachzurufen. Seit etwas niehr als Jahresfrist sind Klagen erhoben worden über die an der Innsbrucker Universität herrschenden Mißstände, besonders über das hier grassirende Duell und Mensurunwesen und besonders die Maßlosigkeit, mit der durch eine lange Zeit in einem Theile der Presse diese Mißstände beklagt und übertrieben worden sind, muß bei jeden:, der unsere Verhältnisse aus eigener Anschauung nicht kennt, die Ueberzeugung Hervorrufen, als wenn hier in Innsbruck Zustände beständen, wie etwa zu Paris zur Zeit Heinrich IV. oder in Jena zu den Zeiten des schlinnnsten Renommistenthums, als ob das Blut, das hier in Duellen und Mensuren vergossen wird, stromweise flöße. Meine Herren, gestatten Sie mir ein paar Worte, welche ich spreche im Nanien der Universität und als Vertreter der Universität. Als solcher lege ich gegen derartige Uebertreibungen Verwahrung ein.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 27. Jänner 1887, S. 21, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/4918-rector-busson-erhebt-in-landtagssitzung-anklage-gegen-uebertriebene-1887).
" 8. Landtags - Sitzung Debatte über die Landesgebärklinik in Innsbruck. Bei deni Interesse, welches unsere Leser der Debatte über den Neubau der Landesgebärklinik in Innsbruck entgegenbringen dürften, glauben wir es nic …
Was nun zuvörderst das behauptete immer stärkere Umsichgreifen des Duellwesens an rer hiesigen Universität betrifft, sio niuß ich auf die Thatsache Hinweisen, daß der Fall, welcher in vieser Beziehung bekanntlich im abze …
Bis jetzt haben allerdings die seit dem Jahre 1848 datierenden Selbständigkeitsbestrebungen nur die Statthalterei - Abtheilung und die Sektion des Landeskulurrathes in Trient erreicht. …
Es wird hiemit zur Kenntnis gebracht, daß zum Behufe der Bezeichnung der Kandidaten für die bevoi stehenden Gemeindcwahleu die Versammlung des 2. Wahlkörpers am Freitag den LN. Wpri! in Kraft ' s Veranda um 8 Uhr abends …
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