8 Den Hinterbliebenen des Historienmalers Plattner wurde in Rücksicht auf dessen Beidienste um die künstlerische Ausstattung des städt. Friedhofes die angesuchte Ermäßigung der Grabtaxe gewährt. — Ueber Antrag der Bau und der Rechtesektion wurde beschlossen, sich der Petition des Wiener Magistrates an den Reichsrath gegen einzelne Bestimmungen ter Gesetzesvorlage über den Bau und Betrieb der Straßen und Lokalbahnen, die als Eingriffe in die Autonomie und in das Eigenthum der Gemeinden inbetreff der Straßenbenützung betrachtet werden müssen, anzuschließen. Das Ersuchen des Wiener Magistrates, einen Delegirten zu Berathungen über diesen Gegenstand zu entsenden, wurde abgelehnt. Der Bürgermeister verliest ein Schreiben des Reichsraths - Abgeord neten v Wildauer, in dem er, vom Herrn Hanvelsminister dazu autvrisirt, die Mittheilung macht, daß die hier befürchtete Aufhebung der Staatsbahn Direktion in Innsbruck nicht beabsichtigt sei, und dann ein Schreiben der Generaldirektion der Staatsbahnen, welches die für Innsbruck ebenfalls erfreuliche Nachricht bringt, daß die Nachtexpreßzüge von und nach Wien, um deren Beibehaltung der Gemeinderath und die Handelskammer von Innsbruck petitionirt hatten, auch in der Sommerfahrordnung beibehalten werden. Der Vorsitzende nimmt bei diesen beiden Mittheilungen Anlaß die Verdienste des Freiherrn v. Czedik um Innsbruck, der stets ein warme « Jniereffe für unsere Stadt an den Tag gelegt, und dessen Einflüsse es allein zu danken ist, baß s. Z. die Staatsbahn - Direktion hieher verlegt worden ist, hervorzuheben, und unter dem Beifalle der Versammlung den Antrag zu stellen, Herrn Baron v. Czedik das Ehrenbürgerrecht von Innsbruck zu verleihen. Dieser Antrag wird einstimmig angenomnierr. Nun kam die Vergebung des Theaters auf 3 Jahre zur Verhandlung Es haben sich um unsere Bühne nachfolgende Direktionen beworben: Witwe Moser in Marienbad, Nicolini in Troppau, Palms in Essegg, Heuser in Crefelv, Fidler, Regisseur in Nürnberg, Siege in Marburg und CzernitS hier. Die Finanz und Rechtssektion haben folgenden Terno - Voi schlag gernacht: Nicolini, Moser, CzernitS. Der Bürgermeister begründet diesen Vorschlag, indem er auf die eminenten Zeugnisse hinweist, die dem Direktor Nicolini vom Bärgermeisteramte in Troppau ausgestellt worden sind, und dis eine vorzügliche Bühnenleitung erwarten lassen; Witwe Moser ke. ne Innsbruck, da sie s. Z. als Frl. Schmitz als beliebte Opernsängerin auf der hiesigen Bühne gewirkt hat und nun schon seit Jahren das Theater in Marienbad zur allgemeinen Zufriedenheit eines aus allen Weltgegenden zusammenkommenden prätentiösen Badepublikums leitet. Ueber CzernitS enthalte er sich jedes Urtheils, seine Leistungen kenne jeder auö eigener Anschauung. Der alte Herr sei wegen seiner großen Güte und Rechtlichkeit der Liebling seines Personales, dem er auch ras Letzte zu opfern bereit sei. Hr. Andreas Gleich dahier sei als stiller Compagnon ihm beigetreten und hafte für die finanzielle Gebahiung Es wurde zur Debatte über die Compctenzgesuche Ausschluß der Oeffentlichkeit verlangt, und so lnußten die Zuhörer, welche aus Interesse für die Thearer - Debatte der Sitzung durch volle zwei Stunden beigewohnt hatten, ohne ihren Zweck erreicht zu haben den Saal verlassen. Das Ergebniß der Verhandlung war, daß Hrn. CzernitS das Theater auf 3 Jahre mit 16 Stimmen wieder übergeben worden ist.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 7. April 1887, S. 8, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/4963-wiederertheilung-des-theaters-an-czernitz-auf-drei-jahre-nach-1887).
Unte rhal t e n d e Beila ge zu den „ Inn s brucker Stach richte « ' Skr, 4V. Der Landfahrer. Eine Erzählung aus Hall und dem Hallthale von Julius Seidl er. I Pflückte manche Blüth ' am Wege, Labte mich an mancher Tränke …
(Vom Haller Männergesaugsl ' ercin.) Das letzthin stattgehabte Mitglieder- Concert des Haller Männergesangsvereins hat den Erwartungen vollauf entsprochen. Man ist es jetzt schon gewohnt, von diesem Verein nicht gerade G …
(Göthe ' s Aufenthalte in Innsbruck) Herr Professor Dr. Schifsner hier hat schon vor längerer Zeit eine Schrijt: „ Der goldene Adler in Innsbruck" publizirt, die sich auf Göthes Aufenthalt daselbst bezieht. Im Frühjahre …
(Kindertheater in Zirl) Wir hatten am Sonntag Gelegenheit, in Zirl einer Aufführung des „ Änderte von Rinn " durch Kinder der dortigen Kinderbewahranstalt und einige Schulkinder beizuwohnen. Man erwartet sich, wenn ein d …
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