Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
SAGE OHNE WAND-GRUND

Wissenschaftliche Aufklärung der Sage vom Kaiser Max auf der Martinswand

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 24. August 1888 · Seite 8
Die Sage von Max auf der Martinswand und ihre Entstehung. Daß das weltbekannte, von der Dichtuna verherrlichte Abenteuer des Kaisers Max auf der Martinswand nichts anderes ist als eine schöne Sage, darüber hat die neuere Forschung keinen Zweifel mehr gelassen Und wenn ja jemand betreffs dieser ihm so liebgewordenen Erzählung solchen noch hegt, so wird ihm derselbe gründlich benommen durch eine vom hiesigen Universitäts - Professor Dr. Arnolv Bussen angestellte Untersuchung, deren Ergebniß unter vem als Aufschrift dieser Zeilen gewählten Titel in den Sitzungsberichten der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften unv zugleich als Separatabdruck aas denselben erschienen ist. Romantisch angelegte Naturen werden daraus zu ihrer Betrübniß erfahren, daß die Sage auch nicht einmal eine echte, der zum mindesten ein historischer Kern zum Grunde liegt, sondern eine unechte, lediglich erfundene ist. Knne der zeitgenössischen Quellen deutet auch nur im entferntesten auf dieses Abenteuer hin. Uno doch gibt es darunter solche, an deren Redaktion der Kauer selbst ganz wesentlich betheiligt war und die, wie Theuervank, sich sogar zum Gegenstände die Schilderung der Fährlichkeiten gewählt haben, die Max während seine « Lebens hauptsächlich auch beim „ Gemsensteizen " ( so bezeichnete man damals die Gemsjagv) bestanden. Zum ersten Male tritt uns die Sage in ihrer heutigen Gestalt in einem 1587 yerauSgegebenen Bericht „ llsroulss kroäioius etc. " über die im Jahre 1574 stattgefundene Reise des jungen Friedrich Karl von Cleve entgegen, welchem gelegentlich einer ihm zu Ehren an der Martinswand veranstalteten Gemsjagd das Abenteuer des Kaisers Max mitgetheilt worden war. Wie nun, ohne daß ein wirklicher Verfall aus dem Leben des Kaisers den Anlaß geboten hätte, die Sage entstanden und sich bis zu der 1574 und noch heute vorliegenden Form entwickelt hat, das ist in der Schrift des Herrn Prof. Busson in äußerst scharfsinniger und überzeugender Weise zugleich unter Beibringung überaus interessanter kulturhistorischer Daten dargelegt. Als die wesentlichsten Bestandtheile der Sage erscheinen, von der Oertlichkeit, der Martinswand, die ein beliebtes Jagdrevier des Kaisers und zu Schaujagden vor Gästen besonders geeignet war, abgesehen, das Kreuz in der Höhle, die Vorweisung des Sakraments und der rettense Engel. Was das Kreuz betrifft, so wird dasstlbe ^ 511 von I.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 24. August 1888, S. 8, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/5149-wissenschaftliche-aufklaerung-der-sage-vom-kaiser-max-auf-der-1888).

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WELSERIN OHNE SAGENGEWAND

Vortrag über die Welser-Schlösser in Tirol und Philippine Welser in der Innsbrucker Universität

Innsbrucker Nachrichten · 28. Februar 1888 · S. 14 · Literatur, Theater & Musik

(Die Welser - Schlösser in Tirol.) Am letzten Samstag fand der zweite populäre Vortrag in der Aula der Universität statt, welche bis auf den letzten Platz besetzt war. ES sprach Prof. Dr. Hirn über „Welser - Schlösser in …

FISCHNALER-CHRONIK · JUNI 2.

Erstaufführung Bilder von Zingerle/Pembaur

Innsbrucker Nachrichten · 5. Juni 1888 · S. 6 · Literatur, Theater & Musik

[Regest bei Konrad Fischnaler, Innsbrucker Chronik I, S. 268: „Erstaufführung der „Bilder aus dem Leben Walthers von der Vogelweide“ im Theater, Text von Ig. V. Zingerle, Musik von Josef Pembaur sen.“] Originaltext der …

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