Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
WALLFAHRERSTROM NACH 700 JAHREN

Wiedererlaubnis der Wallfahrten nach Mariazell zieht zahlreiche Pilger an

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 12. September 1857 · Seite 5 · #Tirol und die Kirche
Die seit den Zeiten Kaiser Josef ' s II. verbotenen Wallfahrten, finden nun, seitdem die von jener Zeit an hierüber in Geltung gestandene Legislation durch den Abschluß des Concordats gänzlich aufgehoben worden, wieder in ausgedehnter Weise Statt, besonders nach Mariazell ( welches in diesem Jahre das 700jährige Jubiläum seines Bestehens feiert). Beinahe ununterbrochen ziehen die Wallfahrter aus den fernsten Theilen der Monarchie dahin, um ihre Andacht vor dem wunderbaren Mariagnadenbilde zu verrichten. Nach einer beiläufigen Annahme hat sich die Zahl der bis zum Monat Juli dahin zugeftrömten Pilger bereits auf 140,000 belaufen, die sich, aller Wahrscheinlichkeit nach, bis zum Spätherbste mindestens auf 200,000 erheben dürfte. So wird beispielsweise noch im September, nach der Rückkehr des Kaisers aus Ungarn, ein solcher Wallfahrterzug unter persöhnlicher Leitung des Fürsten Primas, von Preßburg aus sich dahin begeben, zu welchem die Gläubigen aus allen Theilen des Königreichs Ungarn zur Theilnahme aufgefordert wurden.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 12. September 1857, S. 5, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/518-wiedererlaubnis-der-wallfahrten-nach-mariazell-zieht-zahlreiche-1857).

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