Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
POSTGEBÄUDE MIT GENAUEN HIMMELSRICHTUNGEN

Beschluss zur Überlassung des alten Spitalgartens zum Bau eines neuen Postgebäudes

Es kamen hiebei die Anträge des Bau Comitss auf Ueberlassung eines Baugrundes an das Postärar zum Zwecke der Erbauung eines neuen Post - gebäudes zur Verhandlung. Hiebei kamen 2 der Stadt gehörige Bauplätze und einer, der Eigenthum der Firma Hutter ist, in Betracht. Letzterer befindet sich in der verlängerten Anichstraße gegenüber dem Cafä Austria, die beiden ersteren liegen in der Nähe des alten Spitales. Einer dieser der Stadt gehörigen Bauplätze ist unmittelbar an der Südseite des Ursulinenklosters gelegen, wo gegenwärtig das Bruderhaus und die anderen kleinen Häuschen stehen, der andere ist der alte Spitalgarten. Da das Postärar eine Bauarea von 2700 Quadratmeter benöthiget, kommt nur der alte Spitalgarten in Betracht. Das Postgebäude würde nach dem Anträge des Bau Comitö ' s derart zu stehen kommen, daß es ungefähr 13 Meter über den jetzigen Garten nach Norden vorgeschoben und im Westen an die Fallmerayerstraße, im Süden an den Lang ' schen Garten, im Norden an den freien Platz südl. des Ursulinenklosters und im Osten an einen die Realschule vom Postgebäude abtrennenden 18 — 20 Meter breiten freien Platz grenzen würde. Der freie Platz zwischen Post und Realschule könnte, wenn die Besitzer der angrenzenden Gärten es wünschen und die erforderlichen Gründe hiezu unentgeltlich an die Gemeinde abtr ten, in eine Straße umgewandelt werden. Den Preis für den an diesem Platze dem Postärar abzutretenden Bangrund mit etwas mehr als 2700 Quadratmeter beantragt das Bau - Comitä auf 10 fl per Quadratmeter zu stellen. Nach kurzer Debatte wird beschlossen dem Postärar zu dem Zwecke der Erbauung eines Postgebäudes auf obgenanntem für die Geschäftswelt so central als unter den obwaltenden Umständen nur möglich gelegenen Platze die nöthige Bauarea abzutreten, jedoch über Antrag der GG. RR. Greil und Kästner nicht zu 10 fl., sondern zu 8 fl. per Quadratmeter, damit die Erbauung des Postgebäudes an diesem Platze gesichert sei und es nicht an einen Platz komme, der vom Centrum der Stadt zum Schaden der Geschäftswelt zu entfernt ist. Auch wird beschlossen, dem Wunsche des Postärars nachzukommen und zu erklären, daß die Stadtgcmeinde dem Pvstärar gegenüber bis Ende Juni 1891 bei diesem Anträge bleibe. Zum Schlüsse wird noch fast einstimmig genehmigt, daß der östlich vom Baugrunde zwischen diesem und der Realschule frei zu lassende Platz, auf dem später oberwähnte Straße angelegt werden könnte, nicht 20, sondern nur 18 Meter breit sein soll, und sodann die Sitzung um 6 Uhr geschlossen.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 25. Juni 1890, S. 11, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/5341-beschluss-zur-ueberlassung-des-alten-spitalgartens-zum-bau-eines-1890).

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