Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
WASSERLEITUNG OHNE ÜBERRENDEN

Beantwortung der Interpellation Reiter betreffend die Wasserleitungsausführung

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 17. Juli 1890 · Seite 18 · #Trinkwasserversorgung
IM. Zur Kemeinderalyssttzung am 14. Juni. Die Interpellation Reiter wurde, wie im Berichte über die letzte Gemeinderaths - Sitzung bereits angedeutet, durch folgende Zuschrift an den Bürgermeister beantwortet: Innsbruck, 11. Juli. Sr. Hochwohlgeboren Herrn Bürgermeister Dr. Falk, Innsbruck. Beifolgend beehre ich mich, die von Herrn Gemeinderath Reiter in Betreff der Wasserlcitungsanlage gestellte Interpellation in der Gemeinderaths - Sitzung vom 24. Juni d. I. zu beantworten. 1. Warum wurden beim Zuleitungsstrange nicht wenigstens zweierlei Rohrwandstärken angewendet? Bei dem Zuleitungsstrang vom Hochreservoir bis zur Tramwaybrücke wurde die untere Hälfte aus Röhren von 15. Mm. Wandstärke, die obere ans Röhren von 14 Mm. Wandstärke genau den vorausgangenen Bestimmungen geniäß ausgeführt und ist somit die in Frage 1. liegende Unterstellung unwahr. 2. Kommen in dem vom löbl. Gemeinderathe genehmigten Projecte nicht theilweise größere Lichtweiten der Rohre vor, als nun angewendet werden? Was den Sinn dieser Frage anbelangt, so ist derselbe ohne weiteres nicht klar ersichtlich. Wenn Herr Oberingenieur Reiter sich damit nur informiren wollte, so hätte ein einfaches Metermaß hingereicht, um ihn unzweifelhaft zu überzeugen, daß sämmtliche verwendete Rohren in ihrer Lichtweite genau dem vom löbl. Gemeinderath genehmigten Projecte entsprechen. Ebenso müßte es Herrn Oberingenieur Reiter, früheren Obmann des Wasser - Comitös, bekannt sein, daß nur mit Genehmigung des Wasser - Comitös bezw. des Gemeinderathes Aenderungen an dem genehmigten Project vorgenommen werden können und da er beiden Körperschaften bisher angehörte, so hätte ihm ein derartiger Beschluß nicht entgehen können. Herrn Oberingenieur Reiter sind also alle Wege offen gestanden, um sich von der Uebereinstimmung zwischen Projekt und Ausführung persönlich zu überzeugen. Ich kann nun zwar seine Frage unbedingt mit Nein beantworten, bedaure aber, daß sie überhaupt gestellt wurde, indem sie vielseitig so verstanden wird, als ob eine Untersuchung nöthig wäre darüber: „ Ob mit Wissen der Bauleitung engere, billigere Röhren verlegt und von der Stadtkasse weitere, theuere Röhren bezahlt würden. Die Begünstigung des Entstehens derartiger Unterstellungen halte ich für unwürdig und weise jede derartige Verdächtigung zurück. 3. Warum werden die senkrechten Mauern in den Schieber und Hydrantenschüchten nicht, wie seinerzeit besprochen wurde, aus Betonmauerwerk, sondern aus Bruchsteinmauerwerk hergestellt?
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 17. Juli 1890, S. 18, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/5352-beantwortung-der-interpellation-reiter-betreffend-die-1890).

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