Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
BOARN ODER BERGE: SPECKBACHERSCHEN IM KAMPF

Tod der letzten Tochter des Landsturmführers Speckbacher nach langem Leben

(Von der Familie Speckbacher.) Das am 3. ds. in Innsbruck verstorbene Fräulein Anna Speckbacher war, wie damals erwähnt wurde, das letzte Kind des heldenmüthigen Anführers der nordtirolischen Landstürmer 1809 — 12, Josef Speckbacher. Dessen ältester Sohn Andreas, geboren am 26. Februar 1798, betheiligte sich schon als elfjähriger Knave an den kriegerischen Operationen, gerieth in der Schlacht bei Mellek ( 16. Okt. 1809) in dairische Gefangenschaft, wurde sodann auf Kosten des Königs Max im sogenannten „ Holländischen Seminar " erzogen und ausgebildet. 1816 kehrte er ins Vaterhaus zurück, studirte Montanistik, starb aber schon im Alter von 37 Jahren als Verwalter des Berg und Salinenamtes in Jenbach. Die übrigen Kinder erreichten durchwegs ein hohes Alter; Joseph, geboren am 14. Februar 1807, erreichte ein Alter von 82 Jahren; Marie, geboren am 31. März 1800, ein solches von 71 Jahren; Katharina, geboren am 8. November 1804, starb im 80. Lebensjahre; dre letztverstorbene Anna hatte im März dieses Jahres das 88. Lebensjahr vollendet. Von Joseph Speckbachers Nachkommen befinden sich noch die Töchter Andreas Speckbachers am Leben. Die eine, Louise, lebt unvermählt bei ihrer Schwester Emilie, Witwe des Irrenanstalts - Direktors Stolz, und deren Tochter Louise Stolz, welche als Uebungsschullehrerin am hiesigen Pädagogium angestellt ist. Andere direkte Nachkommen sind nicht mehr vorhanden. Ueber die verstorbene Anna Speckbacher erhält die „ Wr. Abdpst. " folgende Mittheilungen: Anna Speckbacher war am 11. März 1802 zu Rinn geboren, stand demnach im 89. Lebensjahre. Bis vor drei Jahren erfreute sie sich noch einer verhältnißmäßigen Rüstigkeit und wußte besonders viel und gern aus ihrer Kinderzeit und den damaligen kriegerischen Ereignissen zu erzählen. In Folge eines Sturzes im Zimmer, wobei sie sich einen Bruch des rechten Schenkelhalses zuzog, wurde Anna Speckbacher vor drei Jahren bettlägerig und war seit dieser Zeit etwas schwachsinnig.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 9. August 1890, S. 5, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/5359-tod-der-letzten-tochter-des-landsturmfuehrers-speckbacher-nach-1890).

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