In dem Saale, der die Gemälde moderner Trroler Künstler birgt, erregen noch die Aufmerksamkeit ein Bildchen, das von Emma v Müller, einer Schülerin Defreggers, gemalt ist und ein Bauernmädchen darsteüt, ferner ein Gemälde von Professor Alois Gabl in München, „ die Zitherspielerin " — eine Bauernstube, in welcher um einen Tisch mehrere Burschen und Mädchen gruppirt sind, von denen eine Zither spielt. Der Marinemaler Professor Edgar Meyer, ist mit dem Aquarellbild „ Marine ", der 1817 zu Hall geborene und heuer verstorbene Künstler Alois Reisacher ist durch „ die Heimkehr von der Alpe " und ein „ Selbstvorträt " vertreten, in Nr. 50 führt uns Frau G. Arnhard - Deininger, die Landschaft mit der Ruine „ Hocheppan " vor, endlich ist noch die Holzskulptur vertreten durch einen kleinen Altar, die „ Krönung Mariens " darstellend. Auf den Wandgesimsen sind noch zu Dekorationszwecken Porträte von Ahnen unseres erlauchten Kaiserhauses angebracht. Mit der Besichtigung des nicht zu übergehenden Portales, wäre der Rundgang in den Gemäldesälen vollendet, und wir begeben uns über den Steinsöller zurück, um einige Stufen höher steigend, zu den beiden Archiven, die schon so oft, ihrer Bauart wegen, vvit Malern aus den verschiedensten Gegenden auf die Leinwand gebracht wurden. Hier stehen wir vor den Zeugen einstiger Wohlhabenheit des Kunst und Gewerbefleißes von Alt - Hall. Die dem Zahne der Zeit oder den ' Schacherern noch nicht anheimgefaüenen Gegenstände sind thecks in den 12 ausgestellten Glaspulten, theils an den Wänden und Fensternischen sowie am Plafond untergebracht. Treten wir nun in das erste Archiv, so beachte man das höchst kunstreich ausgeführte alte Schloß der eisernen Eingangsthüre. Linker Hand vom Eingänge aus wollen wir den Rundgang eröffnen und sehen sodann an der uns nächstgelegenen Wand ein eisernes Kreuz rn sehr hübscher Ausführung mit einem Christus aus Bronce. Links davon ist das Blldniß der Maria Rosa von Enzenberg, der ersten Aebtissin des Clarissinenklosters in Hall, i > as Gegenstück bildet das Porträt des Bruders derselben, des Franz Frhru. v. Enzenberg, des Stifters des vorerwähnten Klosters. Am Boden ausgestellt sehen wir mehrere gußeiserne Ofenplatten mir hübscher Ornamentik. Zur Besichtigung der Glaspulte übergehend bemerkt man im ersten die kirchliche Kleinkunst vertreten. Da stehen Kelche aus getriebenem, mit Email und Edelsteinen besetztem, vergoldetem Silber, von welchen jeder einzelne ein Prachtstück
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 9. August 1890, S. 8, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/5360-auszuege-aus-der-kunstausstellung-in-den-gemaeldesaelen-werke-von-1890).
13 (Hoher Besuch.) Gestern nachmittags wurde die Tiroler Glasmalerei^ Anstalt in Wilten durch den Besuch Ihrer k. u. k. Hoheit der durch lauchtigsten Frau Erzherzogin Maria Immaculata mit 2 Töchtern geehrt. Mit großem In …
(Die Arzler Kirche) erhielt vorige Woche einen neuen Schmuck, indem im Presbyterium 5 Fenster im Tapetenzeichnungs - Style, hervorgegangen aus der Tiroler Glasmalerei, eingesetzt wurden, welche dem Gotteshause zur wahren …
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(Tiroler Glasmalerei.) Se. Majestät der Kaiser hat in Erinnerung an seine Pilgerfahrt in das hl. Land, seit welcher jetzt zwanzig Jahre verflossen sind, zwei Fenster für die romanische Kapelle des österreichischen Pilger …
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