Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
NEUES GEWAND – SELBE WURZELN

Neues Jahr, neues Format: Die Innsbrucker Nachrichten im 37. Jahr des Bestandes

In unsere Leser. Die „ Innsbrucker Nachrichten " vollenden das siebenunddreißigstc Jahr ihres Bestandes. Ihre Anfänge fallen noch in die Kinderzeit der österreichischen Publicistik, welche damals, die großen politischen Geschehnisse nur ab und zu streifend, auf die nothwendigsten Mittheilungen über locale Verhältnisse beschränkt war. Aus bescheidenen Anfängen, festhaltend an den überlieferten Grundsätzen solider Geschäftsgebarung, den Interessen des Bürgerthums, den Bedürfnissen des ökonomischen Verkehres, der Belebung des österreichischen Patriotismus in unseren an geschichtlichen und culturellen Denkmälern so reichen tirolisch vorarlbergischen Landen mit redlichem Bemühen dienend, glauben wir, die „ Innsbrucker Nachrichten " zu einem geachteten, gerne gelesenen Organ gemacht zn haben. Wir verdanken dies der nachsichtsvollen Unterstützung jener Kreise, die auf strenge Unparteilichkeit, leidenschaftslose Behandlung der allgemeinen Tagesfragen und aufrichtige Theilnahme für das Wohl und Wehe unseres Volkes Wert legen Mit den großen Wandlungen, welche die Zeitläufte mit sich bringen, wachsen auch die Aufgaben eines Blattes und erweitert sich naturgemäß sein Rahmen. Die vervollständigten technischen Hilfsniittel der Gegenwart, das gesteigerte Interesse der Bevölkerung an den Weltbegebenheiten, die verfassungsmäßigen Einrichtungen in Staat, Land und Gemeinde, die Oeffentlichkeit und Unmittelbarkeit der Rechtspflege, die neuen Wehreinrichtungen, kurz Verhältnisse und Vorgänge der mannigfachsten Art, deren Inbegriff das öffentliche Leben Oesterreichs ausmacht, bieten die vielseitigste Anregung dar, und bringen eine redactionelle und technische Arbeitstheilung mit sich, die es allein möglich macht, den reichhaltigen Stoff täglich zu bewältigen. Wir haben uns daher entschlossen, die „ Innsbrucker Nachrichten " vom 1. Jänner 1891 an in einem vergrößerten Formate mit erweiterter Rubrikeintheilung erscheinen zu lassen. Wir sind überzeugt, dass wir hierdurch einem Wunsche unserer Abonnenten und Inserenten entgcgenkommen, letzteres schon deshalb, weil nunmehr die geschätzten Aufträge unverzüglich ihrer Erledigung zugeführt werden können. Die neue Eintheilung unseres Blattes wird es zudem ermöglichen, die literarische Wechselbeziehung zwischen demselben und seinen Lesern enger zu knüpfen, bedeutenden Leistungen in Wissenschaft und Kunst, auf der Bühne und im Konzertsaale erhöhte Aufmerksamkeit zuzuwenden und den im erzählenden und unterhaltenden Thcile bereicherten „ Nachrichten" noch größeren Anklang in Haus und Familie zu verschaffen. Des vergrößten, noch handsameren Formates und der Bereicherung des Inhaltes der „ Innsbrucker Nachrichten " ungeachtet, tritt eine Erhöhung im Bezugspreise nicht ein und bleibt das Abonnement das bisherige. Auch die Preise für die Inserate beziffern sich im Verhältnisse zum Raume nicht höher, als jene nach dem gegenwärtigen Tarife, für kleine Einschaltungen sogar niedriger. So hoffen wir denn alles vorgekehrt zu haben, um dem Blatte nicht nur die alten Freunde treu zu erhalten, sondern ihm auch neue zu gewinnen.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 2. Jänner 1891, S. 2, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/5396-neues-jahr-neues-format-die-innsbrucker-nachrichten-im-37-jahr-des-1891).

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