Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
NAMENSPFADL UND STREIT

Plaudereien über rhätische Ortsnamen in der Umgebung Innsbrucks

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 2. Jänner 1891 · Seite 7 · #Tirolensien
Inrrsbrruckev Ausftüge. Plaudereien über rhätische Ortsnamen in derUmgebung Innsbrucks. Von Theodor Sachs. 1. A x a m s. Der Name dieses stattlichen Kirchdorfes, durch welches von Innsbruck aus der Weg zum Selrainer Thal führt, ist von S t e u b ursprünglich als rhätisch erklärt worden und wird noch in der „ Rhätischen Ethnologie. 1854 " auf eine Urform Achumusa zurückgeführt. Später, in den „ Herbsttagen " und in den „ Onomatologischen Belustigungen " wird dagegen die romanische Abstammung des Namens verfochten; er soll sich von aquazzönes ( Wildbäche?) herleiten und die Tonverschiebung — man spricht Wxams — wird als nicht auffällig nachgewiesen. Das letztere zugegeben und auch zugestanden, dass das Wort die Phasen aquazzönes, axones, axanes, axäns, axäms bis zum heutigen axams durchlaufen haben kann, so wird damit doch die urkundliche Form 0uxouni88 nicht erklärt, die unmöglich eine der oben angeführten Phasen wiedergeben kann und die doch bei der Deutung nicht außeracht gelassen werden darf. Das Wort ist aber gar nicht romanisch, sondern rhätisch. Axams steht zu dem nahen Weiler O m e s im gleichen Verhältnis, wie das Nachbardorf Birgitz zu Götzens. Birgitz bedeutet offenbar Ober - Götzens, Axams aber heißt vermuthlich Jnner - Omes und die Betonung der ersten Silbe erklärt sich damit von selbst. Bei dieser Deutung ist die Auslegung der Silbe ax, ux — inner vorläufig eine unmaßgebliche, die sich allerdings durch Hinweis auf skr. lei, griech. l xst vo?, lat. ci s stützen lässt; aber ebenso wohl möglich wäre es, dass sie groß, klein, alt, neu oder etwas ähnliches bedeutete. Nur das ist zunächst festzustellen, dass sie gleichen Wert besitzt, wie die Silbe bir in Birgitz und dass sie demnach ein Eigenschafts oder Verhältniswort darstellt. Der Geburtsort des Professors Sylvester Jordan, des vielgequälten Kämpfers für deutsche Geistesfreiheit, wird auf den Karten und in den Reisebüchern Ornes geschrieben; F e d e r im Osterprogramm des Gymnasiums zu Teschen 1882 schreibt ihn Arnes, bemerkt aber im Vorwort, dass das a mehr wie o zu sprechen ist; die älteste Form des Namens ist aus dem oben angeführten urkundlichen
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 2. Jänner 1891, S. 7, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/5397-plaudereien-ueber-rhaetische-ortsnamen-in-der-umgebung-innsbrucks-1891).

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