(Das Schutzhaus im Fundusthale bei Um- Hausen.) Dieses von der Section Innsbruck- Willen des Oester. Touristen - Clubs neuerbaute Schutzhaus, eine der schönsten und am praktischesten eingetheilten Bauten, die je von alpinen Vereinen hergcstellt worden sind, wird, wie bereits berichtet, am 7. ds. feierlich eröffnet und dem Verkehre übergeben werden. Westlich von Umhausen, die von der gleichen Section ausgeführte weiß blauweiße Markierung verfolgend, gelangt man anfangs auf steilem Pfade, später über Alpenweiden in 3 Stunden zur Fundusalpe und von da auf gutem neuen Steige, an den kleinen Seen vorbei, ebenfalls in gleicher Markierung in 1 Stunde zur Unterkunftshütte ( circa 2200 Meter). Dieselbe steht zu Anfang eines großen Kares auf einem sehr breiten gemauerten Sockel und macht einen ungemein freundlichen Eindruck. Von außen ist sie weiß getüncht, die Fensterbalken sind grün angestrichen, ebenso die Hausthüre, während die Füllungen in Silberfarbe gehalten sind. Im ganzen sind 8 Fenster, 6 zu ebener Erde und 2 im Dachboden. Die Richtung der Hütte ist von Osten gegen Westen, der Bau 8 Meter lang und 7 Meter breit und mit Rothlärchen - Schindeln sehr sauber und fleißig gedeckt. Zu ebener Erde ist ein kleines Vorhaus, von da gelangt man links in ein Wohnzimmer für 25 Personen, in welchem ein eiserner Sparherd steht. Ein geschnitztes Crucifix in der Ecke der sehr hübsch mit Zirbelholz ausgetäfelten Wohnstube, das Tiktak der kleinen Schwarzwälderuhr, macht das Ganze zu einem trauten Raum, in dem man sich sofoit äußerst behaglich fühlt. Von dieser Stube aus führt eine Thüre zum Damenzimmer, Raum für 3 Personen, eine andere Thüre zum Herrenzimmer, Raum für 7 Personen. Beide Zimmer sind mit je 4 Fenster versehen und gleichfalls mit Zirbelholz sauber ausgetäfelt. Vom Vorhause führt eine Treppe zum Dachboden, welcher durch eine Thüre abgeschlossen ist und im Innern ein schönes, großes, ausgetäkeltes Zimmer birgt, mit 7 Meter Länge und 3 Meter Breite, östlich und westlich ein Fenster. Hier ist das Heulager und bequemer Raum für 16 bis 20 Personen Der übrige Dachboden ist von diesem Zimmer nur durch eine Thüre zugänglich und zum Aufbewahren von verschiedenen Utensilien bestimmt. Der ganze Bau ist massiv und zeigt von Fleiß und Genauigkeit; die Vertäfelung, der gute Schluss von Fenster und Thüren würde einem modernen Hause in der Stadt
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 3. September 1891, S. 5, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/5478-eroeffnung-des-neuen-schutzhauses-im-fundusthale-durch-die-section-1891).
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