Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
38 JAHRE TAPFERER DIENST

Antwort des Generalmajor Martinich auf die Dankadresse des Magistrats bei seinem Abschied vom Kaiserjäger-Regiment

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 28. Juni 1854 · Seite 5 · #Hohe Militärpersonen
Wasserstand des Inn: 6 Fuß. Als Erwiderung auf die Dankadresse des löbl. Stadtmagistrates und Bürger - Ausschusses hat der Herr k. k. General Freiherr v. Martin ich an den löbl. Magistrat folgende Zuschrift gerichtet: „ Generalmajor Baron Martinich an den löblichen Magistrat der k. k. Landeshauptstadt Innsbruck. Die von den Vertretern der Bürgerschaft Innsbrucks bei dem Anlasse meines Scheidens aus dem Kaiserjäger - Regimente ausgefertigte und in schmeichelhafter Weise mir überreichte Dankadresse vom 30. Mai 1854 hat mich auf das Angenehmste überrascht. Sie haben hierin meines Wirkens im vaterländischen Regiment, dem ich 38 Jahre anzugehören die Ehre hatte, in ehrenvollster Weise gedacht; wenn ich so glücklich gewesen bin, erfolgreiche Dienste geleistet zu haben, so gereicht dieses wohl nur zur Ehre der biedern und treuen Tiroler, deren tapfere Söhne das Kaiserjäger - Regiment bilden, und deren rühmlichst bekannte Tapferkeit, Muth und Todesverachtung die Erfolge sichern. War es mir aber vergönnt, der Stadt Innsbruck oder bereit Angehörigen mit meinen geringen Kräften irgendwo gedient zu haben, so schätze ich mich sehr glücklich, in der Lage gewesen zu sein, meine aufrichtigen und achtungsvollsten Gesinnungen für Innsbrucks Bewohner, wenn gleich nur ungenügend, bethätiget haben zu können. Diese Ihre mir so schmeichelhafte Anerkennung und die herzliche Thcilnahme an meinem Geschicke, die sich mir in freundlichster Weise überall kundgibt, und wofür ich den verbindlichsten Dank hiemit auszusprechen mir erlaube, werden mir die Trennungsstunde erleichtern; überall und noch so ferne wird die Erinnerung an Tirol, an das Jäger - Regiment, dem ich über ein Menschenalter angehörte und nun als dessen Senior scheide, meinem Herzen unvergeßlich bleiben. An diese aufrichtigste Versicherung reihet sich meine ergebenste Bitte, mich in Ihrem so wertbgeschätzten Andenken auch fernerbin bewahren zu wollen, — und wird das Schicksal meine Wünsche krönen, so hoffe ich dereinst auf ein fröhliches und herzliches Wiedersehen. Empfangen Sie hiemit nochmals meinen tiefgefühltesten Dank, sowie die Versicherung meiner wahren unbegränzten Hochachtung, womit ich die Ehre habe zu sein Innsbruck am 15. Juni 1854 Franz Baron Martinich, Generalmajor.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 28. Juni 1854, S. 5, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/55-antwort-des-generalmajor-martinich-auf-die-dankadresse-des-1854).

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