1572 sind sehr gesunken. Unter dem Volk wird von den Kriegsnachrichten gar nichts ruchbar. Die auswärtigen Zeitungen kommen ganz zerfetzt an; die Polizei schneidet unbarmherzig alle Artikel heraus, die ihr nicht genehm sind. Die Nachricht von der Schlacht an der Alma wurde im Publikum erst vier Tage nachdem sie den Behörden zugekommen war, bekannt. In Petersburg stehen keine andern Truppen mehr als die 45,009 Mann der Garde. Im vorigen Monat fanden zahlreiche Musterungen statt. Bei einer derselben wurden dem Kaiser 36 den Tscherkessen abgenommene Standarten überreicht. Es scheint, daß von allen diesen Fahnen nur eine einzige echt war. Die übrigen waren von russischer Fabrik. Diese Schaustellung machte auf das aufgeklärte Publikum einen ziemlich schlechten Eindruck. " > Konstantinopel, 15. Nov. Der Brigadegeneral Failly ist aus der Krim in Konstantinopel eingetroffen, um den Oberbefehl über die französischen Truppen zu übernehmen. — Die Garnison in Eupatoria wurde um 1200 türkische Karabiniere mit mehreren Geschützen und einige Abtheilungen der französischen und englischen Marine - Infanterie verstärkt. — Die Truppen- Zuzüge mittels franz. und engl. Dampfern dauern fort. — Die Linienschiffe „Charlemagne ", „ Napoleon ", „ Jena «, „ Suffren ", die Fregatten „ Belle Poule" und „ Caffarelli " gehen nach Frankreich, um dort ausgebessert zu werden und dann mit Truppen zurückzukehren. — Dem Berichte eines hier angekommenen Augenzeugen der Schlacht vom 5. d. M. zufolge begruben die Alliirten 8000 russische Tobte. Der Verlust der Engländer betrug an Tobten 38 Offiziere, 36 Unteroffiziere, 4 Trommler und 374 Mann, an Verwundeten 95 Offiziere, 95 Unteroffiziere, 17 Trommler und 1511 Mann. Vermißt werden 146. Die Franzosen hatten an Tobten und Verwundeten beim Ausfall 600, bei Jnkerman 1100. — Nach Meldungen aus Tschuruksu entwickelt dort der neue Muschir Mustapha Pascha große Thätigkeit. Aus Konstantinopel den 13. November meldet man, daß der „Penelop " an diesem Tage mit Depeschen aus Balaklawa v. 10. angelangt sei, nach denen die Alliirten vom 6. an bereits 8000 Mann frische Verstärkungen an sich gezogen hatten, und daß am 9. die Russen wieder Miene zum Angriffe machten, in Folge eines Befehls des Fürsten Mentschikoff jedoch sich wieder auf ihre früheren Positionen zurückzogen. Uebcr das feige Benehmen der Türken in der Schlacht am 25. Okt. haben die englischen Berichte nicht Worte der Schmach genug. Wo Soldaten der Alliirten in ihre Nähe kamen, riefen sie ihnen Scheltworte zu, „ Memmen, Ausreißer " u. dgl. Zwei irische Soldatenweiber trieben vier türkische Kerle, denen sie Sachen aufgepackt hatte », mit Stecken vor sich her, indem sie schrieen: „ Ihr feigen Teufel, nur dazu seid ihr gut, unsere Diener zu sein; zum Fechten seid ihr zu schlecht! " Der Adjutant Blunt, dem sein Pferd todtgeschossen war, hatte sich auf ein reiterlos vorbeirennendes russisches Pferd geschwungen, das ihn aber fast in die russische Cavallerie mit hineingerissen hätte; er rettete sich nur dadurch,
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 28. November 1854, S. 5, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/112-kriegsberichte-aus-der-krim-zensur-truppenbewegungen-und-verluste-1854).
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Einem spezifischen Innsbrucker drängt sich bei Betrachtung dieses Punktes die betrübende Erinnerung vor die Seele, daß hier in der Hauptstadt Tirols die Eristenz eines uniformirten bürgerl. Standschützenkorps längst in F …
Wasserstand des Inn: 6 Fuß. Als Erwiderung auf die Dankadresse des löbl. Stadtmagistrates und Bürger - Ausschusses hat der Herr k. k. General Freiherr v. Martin ich an den löbl. Magistrat folgende Zuschrift gerichtet: „ …
Herr F. M. L. Baron v. Roßbach ist gestern von hier begleitet von den Segenswünschen des ganzen Landes an seinen neuen Bestimmungsort Graz abgereist, um das dortige Armeekorps - Commando zu übernehmen. …
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