Tiroler Landtag. II. Sitzung am 27. September. Wie schon gestern mitgetheilt, führte an Stelle des erkrankten Landeshauptmanns dessen Stellvertreter, Dr. Karl v. Hepperger, den Vorsitz in der um 9 Uhr 15 M. cröffneten Sitzung. Unter den anwesenden 43 Abgeordneten befand sich auch der wälschtirolische Abgeordnete Jnama. Nach Verlesung des Einlaufes legte der neugewählte Rector der Universität, Prof. Dr. Karl Sen- Hofer, das Handgelöbnis ab. In Angelegenheit der Weinzollclausel richtet die Gemeinde Kaltern an den Landtag das Gesuch, eine Deputation an Se. Majestät den Kaiser zu entsenden. Eine ähnliche Eingabe liegt von der Gemeinde Zwölfmalgreien vor; nach erledigter Tagesordnung wird hierüber verhandelt werden. Die Abg. Dr. v. Grabmayr und Genossen stellen den Dringlichkeitsantrag, cs möge eine Commission von acht Mitgliedern bestellt werden, welche über die Reform der öffentlichen Bücher in Tirol, beziehungsweise die Einführung des Grundbuches in Tirol zu berathen habe. Der Antragsteller begründet in ausführlicher Rede sowohl die Dringlichkeit als den Antrag selbst. Mit dem Beschlüsse vom 2. April l. I. habe das Haus die Grundbuchfrage wohl vertagt, nicht aber begraben. Dieser Beschluss lege dem Landtage die Verpflichtung auf, ohne Aufschub dieser Frage näher zu treten, da diese eine der wichtigsten sei, und sie auf die lange Bank hinauszuschieben eine schwere Versündigung an den vitalsten Interessen des Landes wäre. Die Linke des Hauses halte nach wie vor an der Ueberzeugung fest, dass die kläglichen Zustände in unserem Verfachbuche im Systeme selbst liegen und nur durch Einführung des Grundbuches beseitigt werden können. Man vertraue nicht zu sehr auf die Mehrheit, mit welcher seinerzeit der Vertagungsantrag mgenommen wurde! Es gebe Mehrheiten, die von Anbeginn an den Keim der Schwindsucht in sich tragen, und Minoritäten, die allmählig zu einer Mehrheit heranwachsen. Dies sei auch hier der Fall. Zwei hervorragende Mitglieder der Rechten haben in der Grundbuchfrage sich der Anschauung der Minderheit bereits angeschlossen, den weiteren Fortschritten dieses Processes werde man nicht ausweichen können. In der Grundbuchfrage sei der Sieg der Minorität lediglich eine Frage der Zeit. Die Freunde des Grundbuchs wissen genau, was und warum sie es wollen, während eine gleiche Klarheit in den Reihen d er Grundbuchgegner nicht zu finden sei. Die Forderung nach dem Grundbuche sei nicht etwa eine Marotte der Juristen, sondern ein mächtig gefühltes Bedürfnis des ganzen Landes.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 28. September 1892, S. 2, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/5631-dringlichkeitsantrag-zur-einfuehrung-des-grundbuchs-im-tiroler-1892).
2 Die bestehende Reichsvolksschulgesetzgebung im grellsten Widerspruche mit aller katholischer Überzeugung hat dieses heilige Recht in schwerster Weise geschädigt. Deshalb ist Tirol allzeit festgestanden in der Nichtaner …
8 heute an ibn die Frage gerichtet habe, ob er die Stelle noch weiter bekleiden wolle, so könne er angesichts der ihm erwiesenen Ehre nicht umhin zu erwicdern, dass er es weiter versuchen wolle. Eiu allgemeiner lebhafter …
(Zur Durchführung des Volksschulgesetzes.) Die Ausschreibungen der Wahlen für den Bezirksschulrath sind bereits erfolgt. Für die Bezirkshauptmannschaft Innsbruck erfolgt die Wahl am 28. d. Mts. um 10 Uhr vormittags. Zusa …
5 Die Wiederwahl des Herrn Dr. Falk Bürgermeister. Gemein eraths - Sitzung am 21. Juni. Vorsitzender: Bürgermeister Dr. Falk. Bevor zum eigentlichen Gegenstand der Tagesordnung dieser Sitzung, in welcher der neugewählte …
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