Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
ABSTURZ OHNE RETTUNG

Tragischer Absturz bei der Besteigung der Frau-Hitt – Leiche geborgen und zur Ruhe gebracht

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 5. Juni 1894 · Seite 4 · #Alpinunfälle
(Zum Absturz von der Frau - Hitt) erfahren wir noch folgendes: Hugo Ascher hatte am Sonntag früh mit 2 Gefährten die Partie auf die Frau - Hitt unternommen. Beim Abstieg von dem Felsblock konnte nun Ascher, mit den Händen sich haltend, einen festen Haltepunkt für die Füße nicht erreichen, und stürzte eine mehrere Meter hohe Wand hinab. Er lebte noch etwa 1V * Stunden. Als er verschieden war, gieng ein Gefährte nach Hilfe aus und traf weiter unten zufällig einige Infanteristen, mit deren Unterstützung die Leiche dis zu den ersten Zündern herabgebracht werden konnte. Dort deckten sie dieselbe mit Zündern zu und ließen sie über Nacht liegen. Gestern früh begab sich der Gemeindesecretär von Hötting mit einem Gendarm, drei Höttingern und einem Mediciner hinauf, um die Leiche herabzubefördern. Das Gesicht des Verunglückten war mit einer dicken Blutkruste bedeckt, am Kopfe waren mehrere tiefe Wunden; an einer Stelle war die Hirnschale zertrümmert, so dass man mit drei Fingern eindringen konnte. Das Gehirn war jedoch unverletzt. Auch ein Oberschenkel war gebrochen. Die Leiche wurde auf Reisig gelegt und ein Stück herabgeschleift, dann mit einer improvisierten Tragbahre weiterbefördert und in die Höttinger Leichenkapelle gebracht. An der Bahre des Verunglückten trauert eine alte Mutter und seine Schwester, die Lehrerin in Leutasch ist, wo auch die alte Frau lebt.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 5. Juni 1894, S. 4, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/5787-tragischer-absturz-bei-der-besteigung-der-frau-hitt-leiche-geborgen-1894).

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