Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
GRUNDBUCH UND GESTEN

Ablehnung des Grundbuchantrags Grabmayr durch die Regierung beantragt

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 16. Jänner 1895 · Seite 5 · #Grundbuch
werden müssen, wenn dieses Institut ohne Widerspruch in das Rechtsleben des Volkes von Tirol eingesührt werden soll. Um die nähere Fixierung dieser Abweichungen handelt es sich nun. In dieser Richtung wurden weitere Studien gepflogen. Auf den Vorwurf des Abq. Dr. v. Grabmayr wegen Nichtanhörung der Linke » zurückkommend, bemerkt der Statthalter, dass die. Regierung selbstverständlich nicht nach einer politischen Parteirichtung die Männer welche einoernommen wurden, herausgriff. Bei ihrem gewissenhaften Streben, das Rechte zu finden, war der Regierung daran gelegen, die Stimmen derjenigen angesehenen Männer zu hören, welche gewichtige Bedenken gegen das Grundbuch hegen, bei denen die Bedenken noch überwiegen. Der Stand der legislativen Vorarbeiten sei ein günstiger, die Hauptfrage ist im Schoße der Regierung bereits zu einer positiven Lösung gekommen. Die Verhandlungen, welche eine Verzögerung der Vorlage hervorriefen. betreffen mehr secundäre Punkte. Sie liegen vielleicht vorwiegend auf dem Gebiete der Finanzverwaltung. Den vielen zutreffenden Sprüchen des Abg. Dr. v. Grabmayr halte er den Spruch „Gut Ding braucht gut Weil " entgegen. Der Statthalter versichert das Haus im Namen der Regierung, dass die Regierung nach wie vor mit ernster Sorgfalt diese Angelegenheit behandelt, sie mit Nachdruck zu fördern bestrebt ist. Der Regierung sei ganz besonders daran gelegen, dass der Landtag, in dem vielleicht noch nicht alle Beden ken gegen das Grundbuch überwunden sind, den für die Einführung des Grundbuches maßgebenden Beschluss erst dann zu fassen eingeladen werden, wenn die Sache vollkommen spruchreif ist, wenn der Landtag in die Lage versetzt ist. die Tragwnte dieses Beschlusses nach allen Seiten in vollem Maße zu überblicken. Die Regierung habe den Wunsch, dass man ihr Zeit lasse, um diese Initiative in der von ihr so reichlich angebahnten Weise fortzusetzen. Der Regierungsvertreter ersucht um Ablehnung des Antrages Grabmayr. Dr. v. Grabmayr anerkennt das wahrhafte Wohlwollen des Herrn Statthalters in der Grundbuchfrage, wie in so vielen andern zuni Wohle des Landes. Die von dem Regieruugsvertreter abgegebenen Erklärungen stellen ihn zufrieden, weswegen er seinen Antrag zurückziehe Abg. v. Zallinger verwahrt sich gegen die Schlussfolgerung, dass man alles so hinnehme, was v.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 16. Jänner 1895, S. 5, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/5858-ablehnung-des-grundbuchantrags-grabmayr-durch-die-regierung-1895).

Weitere Berichte aus der Rubrik „Gerichtswesen & Prozesse“

✎ Korrektur-Modus Klicke in jede Überschrift oder Transkriptions-Zeile (Enter = nächste Zeile, Shift+Enter = Zeile teilen)
Gesammelt: 0 Artikel |