beigestanden. Das dritte Deckengemälde zeigt uns. den Jesuiten Köstlan inmitten der Pestkranken die hl. Wegzehrung reichen und den Dr. Weinhart mit der Arzneiflasche. Immer kläglicher griff die Seuche um sich; die Kranken wurden strenge auf das Siecheuhaus an der Sill ( jetzt Militärspital) verwiesen, und sogar die Priester, die ihnen Beistand leisteten, durften die Stadt nicht mehr betreten und mussten das hl. Abendmahl in ihrem Hause aufbewahren. In dieser höchsten Bedrängms machte der Magistrat unter seinem Bürgermeister Hans Zimmermann auf Anrathen des Jesuiten- Paters Köstlan am 2 t. September 1611 das feie» Gelübde, zu Ehren der drei Pestschntzheiligen Sebastian, Pirmin und Rochus eine Kirche zu bauen. Auf dieses Gelöbnis zur Abwendung der furchtbaren Geißel weist das Gemälde des mittleren Feldes hin. Ln den Wolken des Himinels erblicken wir die drei heiligen Pestpatrone, darunter die zu erbauende Kirche mit dem Freithof und dem Pestspitale; der Hintergrund schließt mit der Serlesspitze ab. Links kniet an dem weißen Deutschvrdenskreuze auf dem schwarzen Mantel kenntlich an d > r Spitze deS Adels Erzherzog Max, rechis der Bürgermeister von Innsbruck mit seinen Rathsherrn und Bürgern. Zu unterst bringt ein Engel die flammenden Herzen zum Opfer. Und der Herr hatte Wohlgefallen an diesem Opfer, er erhörte das Flehen der Bedrängten, die Seuche ließ nach und war nach 2 Monaten erloschen. Am 24. Mai 1612 wurde vom neuen Bürgermeister Georg Völlengibal im Namen aller Bürger der Grundstein gelegt und der Bau so schnell gefördert, dass die Kirche bereits am 12. October 1613 durch Simon Feuerstein, Weihbischof von Brixen, eingeweiht werden konnte. Erzherzog Max schenkte zu der Kirche das danebenstehende Haus ( Widum) als Wohnung für den Pri > st ' r, Meßner und Arzt. Im Jahre 1638 wurde von der Pfarre das St. Sebastians - Beneficium nach Dreiheiligen übertragen und dem Beneficiaten die Verpflichtung auferlegt, den Pestkranken willfährig beizustehen. Im Jahre 1786 wurde eine Expositur errichtet. Das vierte Deckengemälde im Presbyterium zeigt lobsingende Engel. Diese 4 Frescogemälde stammen von Johann Michael Strickner, einem gebotenen Innsbrucker, der mit Martin Knoller bei Ignaz Pögel gelernt hatte. Er war ein geübter Praktiker ohne akademische Bildung ( f 1759.) Hr. Historienmaler E. Walch aus München hat es verstanden, diese Bilder wieder in ursprünglicher Frische herzustellen, ohne ihre frühere Eigenart zu verletzen, und hat mit kunstvoller Hand die kleinen Bildchen des Plafonds ( die Symbole) neu geschaffen. Zu den Bildern passt auch der Ton der Wände sowie der Gipsornamente gut und es ist von dem Herrn Decorationsmaler August Mair sehr zu loben, dass er in der Vergoldung das richtige Maß einhielt. Der freundliche Eindruck, den die Kirche überhaupt macht, wird gesteigert, wenn man die drei Altäre einer näheren Besichtigung unterzieht. Sie haben eine hübsche Form und lenken besonders durch die täuschende Nachahmung des Marmors ( verfertigt um das Jahr 1747 von
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 18. Jänner 1895, S. 6, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/5860-erbauung-der-drei-heiligen-kirche-zur-abwendung-der-pest-im-jahre-1895).
Locales und Vermischtes. (Todesfall.) Vorgestern nachts ist der hochwürdigste Abt des Cistercienserstiftes Stams Herr Cölestin Br aber, k. k. Rath und Erbland - Hofcaplan, im 71. Lebensjahre infolge eines Schlagflusses p …
Personen, welch; auf diese Verlassenschaft Anspruch zu muchen gedenken, haben ihr Erbrecht binnen einem Jahre bei diesem Gerichte anzumetden (Ein neues kirchliches Kunstwerk.) Die Wallfahrtskirche auf dem Blasiberg bei V …
( Referent: Prof. v. Trenkwald). Cvnservator Staatsgewerbeschul - Director D e ininger in Innsbruck äußerte sich über das Ansuchen der Klostervorstehang der PP. Servilen zum heil. Augustin in Rattenberg um Gewährung eine …
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