Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
RADFAHREN MIT KARTE UND GEBÜHR

Neue Radfahrerordnung mit Legitimationskarte und jährlicher Gebühr von 5 fl. vorgeschlagen

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 10. April 1895 · Seite 9 · #Fahrräder
Der Obmann des Polizei Comitäs legt schließlich auch noch eine neue, aus 21 Paragraphen bestehende Radfahrerordnung für Innsbruck, welche im Einvernehmen mit dem hiesigen Bycycle- Club ausgearbeitet wurde vor. Hienach ^ muss jeder Radfahrer in Innsbruck eine Legitimationskarte und ein numeriertes Rad besitzen, für bereit Ausfertigung die jährliche Gebür von 5 fl. zu zahlen ist; die Radfahrer müssen sich einer Prüfung unterziehen, nach der sie die Karte und Nummer erhallen. Jedes Rad muss eine Glocke, Bremse und farbige Laterne besitzen. Weitere Bestimmungen betreffen die Art des Fahrens durch die Stadt. GR. Schumacher würde es bedauern, wenn Meister und Arbeiter, welche das Fahrrad zur Fahrt ins Geschäft und zu den Arbeitsplätzen benützen, auch diese Gebür zahlen müssten. GR. Dr. Falk meint, dass zur Einhcbung derselben überhaupt ein Landesgesetz erforderlich sei. Die Bestimmung, dass Fremde auch eine Leginnialionskarte zu zahlen haben, wünscht er eliminier! Der Berichterstatter Dr. Koster bestreitet die Nothwendigleit eines Landesgesetzes für die Eiusührung einer Gebür von 5 st und bemerkt bezüglich der fremden Radsabrer. dass diese Bestimmung auf Anxäthen ocs B. eycle Eiuo ausgenommen wurde. Die Fremden werden sich, wie in andern Orten, in denen das Fahren nur legitimierten Radfahrern gestattet ist, im Wege der Vorstchungen der Bicycleclubs um Karten Umsehen. Wegen vorgerückter Stunde wird die Berathung dieser Radfahrordnung über Antrag des GR.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 10. April 1895, S. 9, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/5882-neue-radfahrerordnung-mit-legitimationskarte-und-jaehrlicher-1895).

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