Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
HÖRNERLOS FÜR DEN PLATZGOTT

Grausame Thierguälerei im Zillerthal: 27 Ziegen werden den Hörnern beraubt

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 9. April 1858 · Seite 1
In einer Gemeinde des Zillerthales bat sich vor einem halben Jahre der unerhörte Fall zugetragen, daß ein Landmann seinen 27 Ziegen die Hörner sammt den darunter befindlichen Schläuchen mit einer Säge knapp am Kopfe abschnitt. Bei dieser grausamen Operation waren ihm seine beiden Knechte und noch ein Dritter behilflich, indem Erstere die Ziegen festhielten, Letzterer aber, zur Verhinderung des Schreiens, die Mäuler zukielt. Der Grund zu dieser empörenden Handlung ist der beabsichtigte geringe Vortheil, die Ziegen in einen möglichst kleinen Stalle, odne Gefahr, daß diese sich stoßen, unterzubringen, und dieselben leichter füttern und tränken zu können. In Folge dieser grausamen Thierguälerei wurden sowohl der Besitzer sowie dessen Helfer zur verdienten Strafe gezogen. Es ist zu wünschen, daß ähnliche Akte der Rohheit immer mehr verschwinden möchten.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 9. April 1858, S. 1, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/592-grausame-thierguaelerei-im-zillerthal-27-ziegen-werden-den-hoernern-1858).

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