Weihnachtsfeier in den Kerzen. Von Ludwig v. Hörmann. Nachdruck verboten. Gleichwie dem heidnischen Alterthum die Zeit der winterlichen Sonnenwende als die heiligste des Jahres galt, gilt das damit zusammenfallende christliche Weihnachtssest als das höchste und bedeutungsvollste und wird auch dieser Auffassung entsprechend besonders fmm alpinen Landvolke noch in voller Ursprünglichkeit gefeiert. Kaum hat am „heiligen Abend * die nachmittägige Vesperglocke ausgeklungen, so rudt je re Arbeit. Kein Axtschlag durchhalll mehr den Wald, kein Drischelschlag die Tenne; das Mühlrad hört zu plätschern auf und dar trauliche Surren der Spinnräder in der Eisstube verstummt. Wehe der Dirn, die auf der Kunkel noch Flachs oder Werg unabgesponnen hat. Glaubt sie auch nicht mehr, dass dann „ die wilde Perchtl drin niste ", so fürchtet sie um so eher, dass sie in diesem Falle keinen Mann bekomme. Im Hause ist ohnehin schon während des Tages alles in Ordnung und festtäglich hergerichtet worden. Der Stubenboden und die Gänge wurden säuberlich gewaschen, Tische und Bänke blank gescheuert, die Fenster spiegelhell geputzt. Auch das Kupfer und Zinngeschirr funkelt und glänzt wie eitel Gold und Silber. Im Levantthale stellt man, wie Waizer in seinen trefflichen „ Kulturbildern aus Kärnten " mittheilt, sonderbarer Weise daS geputzteGeschirr, Pfannen, Rührkübel, Häfen rc. unter den großen Esstisch und zi ht eine eiserne Kette herum, damit die künftige E nte gut ausfalle und die Bäuerin Glück in der Wirtschaft habe. Diese derbe „ Schafferin " jedes bäuerlich n Gehöftes und speciell der Küche weiß heute vor Arbeit nicht, wo ihr der Kos steht. Schon seit frühem Morgen flammt cs und prasselt es auf dem Herde, als wie vor einer Hochzeit. Ihr liegt es ob, die Unmengen von Schmalzkrapfen und Weihnachtskücheln zu bereiten und heraus zubacken, welche die hungrigen Mägen mittags und später beim nächtlichen Kirchgang: befriedigen sollten. Es würde ein eigenes Capitel erheischen, wollte ich die verschiedenen Arten dieser altheidnischen Opfergebäckes des näheren behandeln. Die äußere Form ist bei allen so ziemlich gleich. Das Unterscheidend: bildet die „ Fülle ". Da gibt es Magen- (Mohn -), Aepfel und KäSküchel, in der Meraner Gegend die Nuss und „ Köst " krapfen. Besonders letztere, bei denen gestoßene Kösten ( Kastanien) mit Zuckerwasser und Honig abgerührt als Fülle deS „mürben TeigeS " verwendet werden, sind äußerst schmackhaft und ich begreife, wie der Großknech* und die anderen Hausburschen wie hungerige Löwen um den Herd
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 23. Dezember 1895, S. 17, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/5994-weihnachtsfeier-in-den-kerzen-traditionelle-braeuche-und-speisen-in-1895).
7 ling, Drachen u. s. w fanden hier ihre Vertretung. Sämmtliche Schleicher, einschließlich Wirt und Kellnerin, Bauer und Bäuerin, Senner und Sennerin, waren äußerst gelungene Figuren. Ihre Ausstattung war prachtvoll, vie …
4 hilfreich zur Seite, gieng selbst in die Forste,, wegen Bezuges des Bauholzes, bis ihn die Influenza aufs Lager warf, welche auch dazumal hier ihr unheimliches Wesen trieb. Möge er dem engen Gemeindeausschusse von Telf …
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