Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
RADTAXE ALS ORDNUNGSMITTEL

Diskussion über Erhebung einer Radfahrsteuer im Gemeinderat

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 18. Dezember 1896 · Seite 1 · #Fahrräder
(Besteuerung der Radfahrer.) In der gestrigen Sitzung des Gemeinderathes griff GR.! Wopfner den zu Beginn des Jahres principiell gefassten Beschluss, auf den Radfahrersport eine Umlage zu erhöhen, wieder auf. Es sei dies eine ganz billige Luxussteuer. Er verwies auf Wien, wo der Fahrer sein Rad factisch stundenweit ziehen muss und 5 fl. Taxe und fl. 5. 50 Aufnahmegebür zahlen muss. GR. Wopfner wünschte Aufklärung, warum diese Steuer nicht eingehoben wurde, wenn eine Bewilligung des Landtages hiezu nöthig sei. möge man sie einholen. GR. Dr. Koster erwiderte, dass das Polizei Comite eine Radfahr- Ordnung schon ausgearbeiüt habe und nächstens vorlegen werde. In derselben sei schon Bedacht darauf genommen, dass der Stadt eine Einnahme erwachse. GR Zösmair meint, dass sich jetzt der Usus geltend mach ", die Radfahrer als Steuerobjecte heranzuziehen. Die Radfahrer werden nichts dagegen einzuwenden haben, dem Stadtsäckel etwas zu zahlen, wenn dann auch eine größere Fahr» freiheir gestattet werde. Die Taxe sei auch das einzige Mittel, um sich die wilden Fahrer vom Leibe zu halten. GR. Dr. Wackernell bemerkt dass die Radsahrtaxe in keinem Zusammenbange mit der Radfahrordnung stehe.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 18. Dezember 1896, S. 1, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/6111-diskussion-ueber-erhebung-einer-radfahrsteuer-im-gemeinderat-1896).

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