" Gin Kaus für unheitöare Kranke (Siechenheim). Von Franz Th urner. In der Beeidigungssitzung des Bürgermeisters unserer Landeshauptstadt Innsbruck, Herrn Wilh. Greil, erwähnte Se. Excellenz der Herr Statthalter Graf Merveldt der Anstalten, die Kranken oder Siechen gewidmet seien, und sprach den Wunsch aus, dass dieselben auf das höchste Maß der Leistungsfähigkeit erhoben werden. Wir verfügen über ein großartig eingerichtetes Krankenhaus, das zwar immer noch zur inneren und äußeren größeren Ausgestaltung der nothwendigen staatlichen Hilfe und humanitärer Stiftungen bedarf, wir vermissen jedoch ganz und gar die ebenso berechtigte Fürsorge für „ unheilbare " Kranke (Sieche). Was geschah diesbezüglich hier oder von Seite des Landes? In Innsbruck widmete die für humanitäre Zwecke immer munificente Sparcasse den ansehnlichen Betrag von 10. 000 fl. für ein städtisches Siechenhaus. Von Seite des Landtags - Comitos für die Feier des Regierungsjubiläums des Kaisers wurden im Februar des Vorjahres folgende Anträge gestellt: 1. Das Land Tirol gründet aus Anlass und zur Feier des 50jährigen Regierungsjubiläums Sr. Majestät unseres allergnädigsten Kaisers Franz Josef I eine Anstalt, in welcher höchstens 250 mit unheilbaren Krankheiten behaftete oder unheilbarem Irrsinn verfallene Tiroler deutscher und italienischer Nationalität lebenslängliche Unterkunft und Verpflegung finden. 2. Der freudige Anlass dieser Schöpfung der Nächstenliebe wird in ihrem Namen zu verewigen sein. 3. Es soll nach Genehmigung des für diese Anstalt aufzustellenden Programmes, Kostenvoranschlags, Statutes von Seite der Landesvertretung, durch einen Ausruf jedem Tiroler, sowie allen Gemeinden, Corporationen. Instituten und Vereinen Tirols die Gelegenheit. geboten werden, die Gründung dieser Humanitätsanstalt nach Kräften durch Geldspenden, Stiftung von Betten oder in anderer Weise zu fördern. Die Kosten der Gründung und completen Einrichtung der Anstalt sind theils aus Landesmitteln, theils aus Spenden der Wohlthäter zu bestreiten. 4. Dieses unter der Verwaltung des Landes stehende Institut soll dort erstehen, wo ein mildes Klima und günstige Communicattonen dem Zwecke der Anstalt zu statten kommen. ( Da wurde die Gegend von Brixen genannt.) 5. Der Landesausschuss wird beauftragt, in technischer, finanzieller, hygienischer und administrativ ökonomischer Hinsicht Erhebungen zu pflegen, das Ergebnis derselben dem nächsten hohen Landtage sammt Bauplan, Kostenvoranschlag und Anstaltsstatut vorzulegen, überhaupt alles vorzubereiten, was zur definitiven Entscheidung in dieser Sache und behufs Vollendung dieser Anstalt womöglich bis zum 2. December 1898 erforderlich ist. 6. Zu diesem Zwecke wird dem Landesausschusse ein Credit von 800 fl. aus dem Landesfonde eröffnet. Ich trat schon im Jahre 1895 für die Gründung eines Landesasyls für unheilbare Kranke ein und war daher durch diesen Beschluss des Landtagscomitös sehr erfreut; doch sollte die Freude, dass ein so bedeutendes und notwendiges Werk der Charitas in seiner vollen Gestaltung ins Leben tritt, nur von kurzer Dauer sein, indem der Tiroler Landtag in der Sitzung vom 4.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 8. April 1897, S. 3, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/6144-gruendung-eines-siechenhauses-fuer-unheilbar-kranke-tiroler-durch-1897).
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