Georgenberg zu Fiecht bei Schwan P. Josef Schweiggl. Seit dem Jahre 1792 wirkte er als Caplan und Administrator im Kloster der ehrwürdigen Benedictinerinnen zu Säben. Damals ein junger, thalkräftiger Mann, beim Volke äußerst beliebt, in der französischen Sprache wohl bewandert, während seiner Studienzeit an d? r Universität Salzburg auch mit dem Völkerrechte vertraut geworden, war er zur diplomatischen Mittelsperson wie geschaffen. *) An diesen trefflichen Mann wendete sich der Stadtrichter mit der dringlichen Bitte, der Landbevölkerung begreiflich zu machen, dass Gewaltthätigkeiten ihren äußersten Ruin herbeiführen müssten. Nicht ohne Bedenken ließ sich der geist liche Herr zu einer Vermittlungsaction herbei, von der er sich sagen musste, dass sie selbst im Falle des Gelingens, besonders bei der argwöhnischen Bauernschaft, dem Vermittler eine schwere Verantwortung auflade. Nur die Hoffnung, die Gegend von unabsehbarem Unheil zu bewahren, bestimmte ihn, der Bitte schließlich doch zu entsprechen und sich an den Versammlungsort der Sturmleute nach Pardell zu begeben. Infolge der wohlmeinenden Vorstellungen des Wider Willen in den Kriegskanzleidienst hineingerathenen Caplans von Säben wurde der Kampfeifer der Bauern einigermaßen gedämpft. Nur *) Statthalt. ' Archiv. Gub. - Act. in Defenfionssachen. *) P. Joseph Schweig! wurde am 2. Mai 3 761 zu Rattenberg geboren, vollendete die höheren Studien an der damals hochberühmten Universität in Salzburg, trat 1780 in den Orden des hl. Benedict, legte 1785 die Ordensgelübde ab und wurde am 29. Mai desselben Jahres zum Priester geweiht. Im Jahre 1792 wurde P. Joseph nach Säben gesendet, wo er als Kaplan der z ehrwürdigen Benedictinerinnen bis zum iJahre 1805 wirkte und sich um das Kloster und die Umgebung besonders verdient machte, namentlich Ende März und am 3. April 1797 als Kriegsdiplomat und Tröster der Verwundeten und kranken Soldaten, wofür ihm selbst die feindlichen Osficiere Dank und Hochachtung bezeigten. Zu Beginn des Jahres 1799 wurde er einstimmig zum Feldcaplan der Klausener - Scharfschützen Compagnie gewählt und als solcher vom chisch. Ordinariate zu Brixen mittelst huldvollen Decretes ex camera v. 22. April als solcher bestätigt. Nach erfolgter Abtretung Tirols an Baiern und Auflösung des Klosterverbandes in Säben kehrte er in das Stift Fiecht zurück und kam als Cooperator nach Achenthal. Im Jahre i 809 bewährte er bei der Ausrüstung der Achenthaler - Schützen - Compagnie unter Anton Aspacher seinen patriotischen Eifer abermals, wurde Ende Mai 1809 von den Baiern verhaftet und mit seinem Pfarrer P. Alan Seidl nach München in die Gefangenschaft abaeführt, woselbst er 18 Wochen lang in strengstem Gewahrsam gehalten wurde. Hierauf kehrte er nach Achenthal zurück, wo er in seinem Seelsorgerberufe zuletzt als Pfarrprovisor bis 18 > 6 thätig war. In diesem Jahre wurde er als Curat nach Stans u. 1829 nach Terfens als Localcaplan versetzt. Im Jahre 1835 feierte er als Jubelpriester seine Secundiz. Im Jahre 1839 musste er wegen Kränklichkeit aus dem Seelsorgerdienste scheiden. Nach vierjährigem Siechthummnd schwerem Leiden verschied er am 18. März 1843 im Kloster Fiecht, nachdem er ein Alter von 82 Jahren erreicht, 62 Jahre das Ordenskleid getragen und 58 Jahre als eifriger Seelsorger und treuer Sohn Oesterreichs nnd seiner tirolischen Heimat Nachahmungswürdiges verrichtet hatte. ( Pers. Acten des Klosters Fiecht. Necrolog im Boten für Tirol u. Vorarlberg Nr. 76 u. 78 v. I. 1843. die Männer und Weiber von Latzfons erklärten einmüthig, sich eher lodtschlagen zu lassen, als nachzugeben. Sie hätten dem Laudon und der Schutzdeputatton zu Sterzing treues Ausharren zugefagt und würden ihr Wort nicht brechen, komme, was da wolle. Das waren jene ehrenund eisenfesten Eisackmänner, die sich schon kurz zuvor gegen die Fortification des auf einer hochragenden schwer zugänglichen Felszunge zwischen dem Eisackthale und der Tinneschlucht gelegenen Klosters Säben gesträubt hatten, indem sie sagten, sie seien Mannes genug, sich den Feind auch ohne Festung u d Kanonen vom Leibe zu halten.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 26. Mai 1897, S. 3, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/6165-mittelsperson-pater-joseph-schweiggl-beruhigt-stimmung-in-saeben-1897).
(Bucher - Feier in Axams.) Am Sonntag Nachmittag fand in Axams die bereits angekündigte Bucher - Feier statt und zwar in ganz prunkloser Weise, entsprechend dem bescheidenen Charakter des Mannes, welchem sie gegolten hat …
(S e n s e l e r - F e i e r.) Hundert Jahre sind verflossen, seit der „ Senseler " Anton Reinisch aus Volders als Sturmhauptmann des Gerichtes Rettenberg in der Schlacht bei Spinges am 2. April 1797, nachdem er mit der …
(Hofers Rosenkranz und Reisehandbuch.) Zwei sehr wertvolle Reliquien Andreas Hofers wurden dem Herrn Bezirksrich er Dr. Wöll von Paffeyer zur seinerzeitigen Abgabe an den rechtmäßigen Eigenthümer in Verwahrung gegeben. E …
Me Weiberwacht zu Wllanders. *) 3. April 1797. Als es in den Gerichten am Eisack kündbar wurde, dass die Franzosen am 23. März die Stadt Bozen besetzt hatten, versammelten sich die Ausschüsse von Villanders beim Cooperat …
Grundlegende Richtung (Blattlinie):
Wissenschaftlich-historische Dokumentation und digitale Erschließung gemeinfreier historischer Pressetexte aus dem Raum des historischen Tirols.
1. Grundsatz: Die Nutzung von chronik.fontes.at ist ohne Registrierung möglich. Es werden keine Werbe- oder Analyse-Tracker und keine Marketing-Cookies eingesetzt.
2. Server-Betrieb: Beim Aufruf der Website werden technisch notwendige Verbindungsdaten (IP-Adresse, Zeitpunkt, angeforderte Ressource) kurzzeitig auf unserem europäischen Server (Hetzner Online GmbH, Deutschland) zur Betriebssicherheit verarbeitet (Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO).
3. Externe Faksimile-Einbindung (IIIF): Beim Öffnen der Original-Zeitungsseite lädt Ihr Browser Bildkacheln direkt vom IIIF-Bildserver der Österreichischen Nationalbibliothek (iiif.onb.ac.at) bzw. verweist auf die Universitäts- und Landesbibliothek Tirol.
4. Betroffenenrechte: Auskunfts- und Löschungsanfragen richten Sie jederzeit formlos an die im Impressum genannte Kontaktadresse.
Historische Zeitungstexte: Sämtliche wiedergegebenen Originalartikel entstammen historischen Zeitungsausgaben des 19. und frühen 20. Jahrhunderts (insbesondere den Innsbrucker Nachrichten, 1854–1913) und sind urheberrechtlich gemeinfrei.
Digitalisate & OCR-Grundlage: Die digitalen Faksimiles und Volltextgrundlagen basieren auf den Beständen der Universitäts- und Landesbibliothek Tirol (ULB Tirol) sowie von ANNO – AustriaN Newspapers Online (Österreichische Nationalbibliothek).
Die Tiroler Zeitungschronik bewahrt den authentischen Wortlaut und die historische Rechtschreibung der Originalquellen vor und nach der II. Orthographischen Konferenz von 1901.
Um die historischen Spaltentexte digital zugänglich zu machen, erhält jeder Originalartikel redaktionell eine Hauptüberschrift im zeitgenössischen Chronikstil des 19. Jahrhunderts sowie eine moderne Dachzeile zur raschen thematischen Orientierung.
Bitte zitieren Sie stets die zugrunde liegende historische Originalausgabe mit Erscheinungsdatum und Seitenzahl, ergänzt um den Permalink der Chronik:
Innsbrucker Nachrichten, [Datum], S. [Seitenzahl], digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/#artikel=[ID]).
Sie haben einen OCR-Lesefehler im historischen Fraktursatz entdeckt oder möchten auf einen bemerkenswerten Zeitungsbericht hinweisen?
Schreiben Sie uns gerne an redaktion@fontes.at unter Angabe des Erscheinungsdatums oder des Artikel-Direktlinks (#artikel=...).
✎ Korrektur-ModusKlicke in jede Überschrift oder Transkriptions-Zeile (Enter = nächste Zeile, Shift+Enter = Zeile teilen)
Gesammelt: 0 Artikel|
Gesammelte Änderungen in Tabelle article_edits
Diese Korrekturen sind in der Zwischen-Tabelle gespeichert. Mit Klick auf „Jetzt in Live-DB schreiben“ werden sie atomar in chronik_events_live.db samt Volltextindex übernommen.