der Festung sich immer mehr vom eigentlichen Zwecke Ehrenbergs „JrmSbrucker Nachrichtenals Gerichtssitz entfernt hatte, so wurde der Hauptmann des Schlosses als solcher im eigenen Bereiche eingesetzt und bloß auf militärische Geschäfte beschränkt; für die Rechts und Richterangelegenheiten trat ein unabhängiger Beamter und Pfleger zu Reutte in Thätigkeit. Der letzte ständige Schlosscommandant von Ehrenberg war Johann Philipp von Hesberg, Oberstlieutenant und Ritter des Maria Theresien - Ordens, gestorben zu Reutte im Jahre 1786. Kaiser Josef II. hatte beschlossen, alle Festungen des Landes als dem neuen Kriegssystem nicht mehr anpaffend aufzuheben, zu diesem Ende wurde auch Schloss Ehrenberg sammt der Klause im Jahre 1783 an zwei Biirger von Reutte um den Preis von ganzen 17. 000 Gulden verkauft. In der Klause siedelten sich mehrere Familien an, es entstand eine Schenke und in einer Bastei wurde ein Bierkeller gebaut. Aehnliches Schicksal erlitten die Vorwerke; das Fort „ Claudia " oder die Hochschanze zunächst am Flügel des Passes wurde um 80, das Vorwerk am „ Kühloch " um 100, das Sternschänzel um 180, das Lechschänzel um 150 Gulden verkauft. Zur Zeit der Franzosenkriege erwachte jedoch wieder das Gefühl des Volkes für die Nothwendigkeit dieses Bollwerkes an den natürlichen Engpässen des Landes. Im Jahre 1796, als General Moreau in Deutschland, Napoleon in Italien die Siege der französischen Republik unaufhaltsam verfolgten, da wurden unter der Oberleitung des Grafen Lehrbach Ehrenbergs Verschanzungen aus Kosten der Tiroler Landschaft nochmals in möglichst brauchbaren Stand gesetzt und vom Außferner Landvolke besetzt. Die Republikaner streiften schon an die westliche Landesgrenze, Willens in Tirol einzufallen. Der österreichische Feldmarschall - Lieutenant Fröhlich jedoch, und unter ihm General Wolf, rückten ihnen über Reutte hinaus entgegen, griffen sie bei Weißenbach unweit der Grenze an und _ _ Samstag den 7. August 1897. ^ schlugen sie am 13. September so nachdrücklich zurück, dass sie in diesem Kriege keinen Versuch mehr machten, die Tiroler Berge von der Lech- Gegend her anzugreifen. Das Unglück der österreichischen Waffen im Jahre 1800 brachte aber die Veste Ehrenberg dann doch in die Gewalt der Feinde und nun wurden alle diese Plätze endgiltig zerstört; seit dieser Zeit schwindet auch ihre Wichtigkeit aus der Geschichte des Landes. Sie stehen größtentheils als Ruinen in der herrlichen Gegend und erinnern den Alpenfahrer schon bei seinem Eintritt in die gefürstete Grafschaft an die Heldenthaten, durch welche die Bürger und Bauern Tirols all die Jahrhunderte her die schöne Bergheimat hüben und drüben der Alpenpässe gegen feindliche Anstürme vertheidigten.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 7. August 1897, S. 11, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/6203-wiederherstellung-der-ehrenberger-festung-zur-abwehr-der-1897).
(Neues Schulhaus in Reutte.) Nach Ueberwindung einer Reihe von Hindernissen ist endlich der Schulhausbau nahezu vollendet. Die Architektur des Gebäudes wurde im Stile der italienischen Renaissance geballen, die Hauptfron …
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(Der Hofgarten), der im Frühjahre in seinem Baumbestände eine ziemlich fühlbare Lichtung hat erfahren müssen, die aber dafür einen hübscheren Rasen gedeihen lassen dürfte, hat jetzt, da alle Bäume und Gesträuche grünen u …
Die Lehrer der Musikschule, an der Spitze der Hr. Director Pembaur, können mit Befriedigung auf die Früchte ihrer so erfolgreichen Thättgkeit blicken. ck (Vom Tummelplatz.) Mit der Herstellung des neuen Gedenk - Kirchlei …
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